Täter war ihr Ehemann

Frau im Einkaufszentrum angezündet: Zeugen schildern Szenen wie im Albtraum

Nach der schrecklichen Gewalttat in Stuttgart berichten Zeugen erstmals von den dramatischen Momenten während des Angriffs auf die 47-Jährige.

Author - Florian Thalmann
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Mitarbeiter der Spurensicherung kamen zum Tatort und stellten Untersuchungen an. die Hintergründe der Tat sind aktuell unklar.
Mitarbeiter der Spurensicherung kamen zum Tatort und stellten Untersuchungen an. die Hintergründe der Tat sind aktuell unklar.Christoph Schmidt/dpa

Dieser Fall macht viele Menschen fassungslos – eine unvorstellbare Gewalttat, die sich am Donnerstagvormittag in einem belebten Einkaufszentrum in Stuttgart ereignete. Ein Mann (54) stach hier zuerst mit einem Messer auf eine Frau (47) ein und zündete sein Opfer anschließend an. Laut Ermittlern handelt es sich um eine Beziehungstat. Inzwischen melden sich auch Zeugen zu der Tat zu Wort. Und schildern auf bedrückende Art, wie alles ablief.

Mann zündete in Einkaufszentrum seine Ehefrau an

Am Freitag gab es schon im Laufe des Tages neue Informationen zu dem Fall. Inzwischen scheint klar, dass der 54 Jahre alte Mann den Angriff auf die Frau – wohl seine Ehefrau – an ihrem Arbeitsplatz verübte. Erst stach er demnach auf sie ein, dann steckte er sie in Brand.

Augenzeugen griffen ein und löschten die 47-Jährige mit einem Feuerlöscher. Der Mann floh, konnte aber einige Zeit später gefasst werden. Die Frau wurde von Rettungskräften versorgt und in ein Krankenhaus gebracht, wo sie um ihr Leben kämpfte.

Das Leben hat sie vermutlich auch einem Verkäufer zu verdanken, der laut einem Bericht von BILD zum Feuerlöscher griff. Er arbeitet in einem Lebensmittelladen, eine Kollegin hörte vom Tumult im benachbarten Asia-Markt und schickte ihn zum Nachschauen hin. Was er dort sah, ist einfach furchtbar. „Ein Mann saß auf einer Frau drauf und stach auf sie ein. Sie war blutüberströmt“, sagte er dem Blatt. Dann habe der Mann ein Feuerzeug genommen und sie angezündet. „Sofort schlugen Flammen hoch. Es war grauenvoll.“

Der Angriff eines 54-Jährigen Mannes auf seine Ehefrau sorgte im und um das Einkaufszentrum für einen Großeinsatz der Polizei.
Der Angriff eines 54-Jährigen Mannes auf seine Ehefrau sorgte im und um das Einkaufszentrum für einen Großeinsatz der Polizei.Christoph Schmidt/dpa

Er rannte zurück in seinen Laden, holte den Feuerlöscher. „Ich rannte zurück und sprühte den Löschschaum auf die Frau. Nach ein paar Sekunden war das Feuer aus.“ Danach hätten sich andere Menschen um die lebensgefährlich verletzte Frau gekümmert.

Er selbst sei zurück in den Laden gegangen, habe unter Schock gestanden und gar nicht reden können. Später wurde er mit auf die Polizeiwache genommen und machte seine Aussage. Im Bericht von BILD kritisierte er vor allem, dass andere Menschen mit dem Handy filmten, aber nichts unternahmen.

Hintergründe der Tat bleiben bisher unklar

Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar. Es soll sich um eine Beziehungstat handeln – was genau den Mann dazu trieb, auf seine Frau einzustechen und sie anzuzünden, ist aktuell aber unklar.

Nach der Tat wurde das Einkaufszentrum abgeriegelt, draußen wurden Straßen gesperrt, mehrere Linien der Stadtbahn unterbrochen und ein Hubschrauber war im Einsatz. Der Täter konnte etwa eine Stunde nach der Bluttat geschnappt werden. Er sollte am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Klar ist inzwischen auch, wie der Täter geschnappt wurde: Der 54-Jährige war Reisenden einer Stadtbahn aufgefallen. An seinem Körper und seiner Kleidung wurden demnach Spuren von Blut und eines Kampfes entdeckt. Sie alarmierten die Polizei, die Ermittler konnten ihn festnehmen und abführen. Schon am Nachmittag konnte der Betrieb in dem rund 43.000 Quadratmeter großen Einkaufszentrum mit 200 Läden, Gastronomie- und Dienstleistungsbetrieben wieder aufgenommen werden.