Seit dem Wochenende wird die Amerikanerin Lynette Hooker vermisst. Die 55-Jährige war mit ihrem Mann auf Segeltour vor den Bahamas und zur Insel Elbow Cay unterwegs, als sie von einem Beiboot fiel. Ihr Ehemann Brian Hooker wurde auf den Bahamas festgenommen. Die Tochter von Lynette glaubt nicht an einen Unfall.
Bei starkem Wind vom Boot gefallen?
Der 59-Jährige ist weiterhin in Haft, er werde im Rahmen der Ermittlungen von der Polizei verhört, teilte die Royal Bahamas Police Force mit. Wie Brian Hooker berichtete, soll seine Frau am Samstagabend bei starkem Wind und bewegter See versehentlich vom Boot ins Meer gefallen sein und dann abgetrieben worden. Die beiden waren zusammen in dem Beiboot auf dem Rückweg zu ihrer Yacht. Lynette hatte den Schlüssel für den Motor bei sich, der Motor sei ausgegangen. Er habe stundenlang paddeln müssen, bevor er am Sonntagmorgen den Bootshafen erreichte.
Am Mittwoch schrieb Brian auf Facebook, er sei „untröstlich über den Bootsunfall bei unberechenbarer See und starkem Wind, bei dem meine geliebte Lynette in der Nähe von Elbow Cay auf den Bahamas aus unserem kleinen Beiboot fiel“. Und weiter: „Trotz verzweifelter Versuche, sie zu erreichen, trieben uns Wind und Strömung immer weiter auseinander. Wir suchen weiterhin nach ihr, und das ist mein einziges Ziel.“

Stieftochter hat Zweifel an der Geschichte
Seine Stieftochter Karli Aylesworth jedoch glaubt seiner Geschichte nicht. Ihre Mutter sei eine erfahrene, fitte Seefahrerin und sie halte es für unwahrscheinlich, dass sie einfach so über Bord gegangen sei, wie sie NBC News sagte.
Es soll laut der Tochter eine Vorgeschichte von häuslicher Gewalt bei dem Paar geben, wie die 28-Jährige dem US-Sender Fox News sagte. Brian habe Lynette etwa schon einmal am Hals gewürgt und gedroht, sie über Bord zu werfen. Zu CNN sagte die Tochter aber auch, dass das Paar sich liebe. Die Ehe sei turbulent gewesen. Sie forderte die Strafverfolgungsbehörden auf, die Umstände des Falls sorgfältig zu untersuchen.
Das Paar segelte seit zehn Jahren zusammen
Brian Hooker weist jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Verschwinden seiner Frau „kategorisch und unmissverständlich zurück“, erklärte sein Anwalt Terrel Butler in einer Stellungnahme. „Er kooperiert im Rahmen der laufenden Ermittlungen mit den zuständigen Behörden.“ Der Anwalt teilte CNN am Donnerstagabend mit, dass Brian Hooker weiterhin in Haft sei. „Er wurde bisher als Zeuge vernommen.“


