Einfach gruselig

Fabian aus Güstrow: Darum wurde er verbrannt! Profiler hat düstere Theorie

Im Mordprozess um Fabian erklärt ein Profiler, warum der Täter den Leichnam verbrannte. Seine Theorie wirft ein düsteres Licht auf das Motiv.

Author - Florian Thalmann
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Die Leiche des kleinen Fabian wurde an einem Tümpel bei Klein Upahl verbrannt, Augenzeugen nahmen das Feuer sogar auf. Warum aber blieb Fabians Gesicht unversehrt?
Die Leiche des kleinen Fabian wurde an einem Tümpel bei Klein Upahl verbrannt, Augenzeugen nahmen das Feuer sogar auf. Warum aber blieb Fabians Gesicht unversehrt?Polizei

Der Mord an dem kleinen Fabian aus Güstrow wirft auch Monate danach noch immer viele Fragen auf – und Rätsel, die im Prozess vor Gericht jetzt nach und nach geklärt werden müssen. Am Freitag sagte dazu ein Profiler aus, der sich genau mit dem Fall befasst und ihn analysiert hat. Auf den Tisch kam dabei auch die Frage, warum die Leiche des kleinen Fabian eigentlich verbrannt wurde – und warum auf eine spezielle Art und Weise. Auch darauf hat der Sachverständige für operative Fallanalyse eine Antwort. Doch die lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Leiche von Fabian aus Güstrow wurde verbrannt

Der kleine Fabian aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025, nur vier Tage später wurde seine Leiche an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt. Die Ermittler glauben, dass Gina H. die Täterin ist – sie ist die Ex-Freundin von Fabians Vater, seit ihrer Zeit in der U-Haft sind die beiden Berichten zufolge wieder ein Paar.

Tötete sie den Jungen mit mindestens sechs Messerstichen – und zündete sie seine Leiche im Anschluss an? Vor allem letzteres lässt Raum für Spekulationen: Warum setzte sie den Leichnam in Brand? Offenbar wollte sie Spuren vernichten. Doch es könnte noch mehr dahinterstecken.

Zu dem Thema meldete sich am Freitag auch ein Profiler zu Wort: Der Experte war mit der operativen Fallanalyse im Fall Fabian betraut, stellte seine Ergebnisse vor. Dabei ging es auch um die Frage, warum die Leiche von Fabian angezündet wurde. Ein Grund, der besonders schrecklich ist: Verbrennen diene auch dazu, das Opfer zu „depersonalisieren“, sagte der Sachverständige laut Berichten vor Gericht. Er wies in dem Zusammenhang auch auf ein Detail hin: Während der Körper von Fabian fast vollständig verbrannt war, blieben Gesicht und die rechte Hand weitgehend von den Flammen verschont.

Die Leiche von Fabian aus Güstrow wurde an einem Tümpel gefunden. Der Junge wurde mit sechs Messerstichen getötet und im Anschluss verbrannt.
Die Leiche von Fabian aus Güstrow wurde an einem Tümpel gefunden. Der Junge wurde mit sechs Messerstichen getötet und im Anschluss verbrannt.Bernd Wüstneck/dpa

Auch das könnte ein Hinweis sein: „Das Gesicht ist der menschlichste Teil des Körpers“, sagt der Experte. Womöglich wollte der Täter oder die Täterin nicht die Identifizierung des Jungen zusätzlich erschweren – und hatte Hemmungen, auch das Gesicht in Brand zu stecken. Das deutet laut dem Spezialisten darauf hin, dass es zwischen dem Täter und dem Opfer eine persönliche Beziehung gab. „Es ist nur ein Indiz, aber es ist ein Indiz.“

Später fragte im Prozess Andreas Ohm, der Verteidiger der Angeklagten Gina H., nach. Könnte es nicht auch eher ein Zufall sein, dass das Gesicht unbeschadet blieb? Die Aussage des Profilers ist klar: „Von Zufall würde ich weniger ausgehen.“

Mord an Fabian aus Güstrow: Täter ging Risiko ein

Bemerkenswert ist auch, dass der Täter oder die Täterin mit dem Anzünden der Leiche bewusst ein Risiko einging. Schließlich hätte das Feuer entdeckt werden können. Zugleich habe das Feuer die wichtige Funktion gehabt, Spuren vernichten zu können. „In dieser Situation war das Anzünden abrufbar und wurde umgesetzt“, sagte der Profiler vor Gericht. Als der Leichnam brannte, hatte der Täter oder die Täterin mehr als genug Zeit, sich vom Ort des Geschehens zu entfernen und zurück in den Alltag zu finden.

Die Angeklagte im Fall Fabian, Gina H., will sich nach der Sommerpause zu dem Mordfall äußern.
Die Angeklagte im Fall Fabian, Gina H., will sich nach der Sommerpause zu dem Mordfall äußern.Danny Gohlke/dpa

Vollkommen unklar bleibt hingegen, ob das Verbrennen der Leiche von Anfang an geplant war. Es kann gut sein, dass der Täter oder die Täterin von Anfang an damit plante, den kleinen Fabian aus Güstrow nach der Tat zu verbrennen, so der Profiler. Genauso gut könnte es aber sein, dass der Mörder nach der Tat plötzlich unter Stress geraten sei.

Dann habe schnell eine Möglichkeit gefunden werden müssen, die Spuren zu beseitigen. Ob sich dieses Geheimnis im Laufe des Prozesses noch aufklären wird, ist aktuell unklar. Momentan konzentriert sich alles auf die Angeklagte Gina H. Für sie gilt aber bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Gina H. will sich zum Mord an Fabian äußern

Nach der Sommerpause will sich die 30-Jährige zu den Vorwürfen im Mordfall Fabian äußern. Wie, in welchem Umfang und in welchem Rahmen das passieren wird, ist aktuell noch vollkommen unklar. Bisher kündigten ihre Anwälte nur an, dass sie darlegen wolle, was aus ihrer Sicht an den Tagen rund um den Mord an Fabian passiert sei. Ihr Anwalt Andreas Ohm äußerte zuletzt, dass er nicht davon ausgeht, dass es sich um eine „geständige Einlassung“ handeln wird. Die Einlassung von Gina H. ist Stand jetzt für Anfang August geplant.

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!