Chaos über den Wolken

Zehn Passagiere prügeln sich im Urlaubsflieger – Pilot kehrt um

Eine Auseinandersetzung an Bord einer Easyjet-Maschine eskaliert so stark, dass der Pilot den Flieger kurz nach Start wieder wendete.

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Der Flug der Easyjet-Maschine nach Liverpool wurde nach einer Schlägerei an Bord zunächst abgebrochen (Symbolfoto).
Der Flug der Easyjet-Maschine nach Liverpool wurde nach einer Schlägerei an Bord zunächst abgebrochen (Symbolfoto).Nicolas Economou / Imago

Tumulte in 10.000 Metern Höhe haben einen Easyjet-Flug von den Kanaren nach Großbritannien zur Umkehr gezwungen. Weil an Bord eine handfeste Schlägerei ausbrach, drehte der Pilot die Maschine kurz nach dem Start um. Bei der Landung wartete bereits die Polizei.

Die Schläger wurden aus der Maschine geholt

Die Maschine war am Dienstag gegen 20 Uhr vom Flughafen Teneriffa Süd in Richtung Liverpool gestartet. Nach rund einer halben Stunde Flugzeit meldete sich die Crew bei der Flugsicherung und kündigte die Rückkehr an. Gleichzeitig wurde um Polizeipräsenz nach der Landung gebeten.

Auslöser war nach Angaben der spanischen Fluglotsen eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Reisenden. Demnach sollen rund zehn Passagiere in die Prügelei verwickelt gewesen sein. Die Situation eskalierte so stark, dass der Kapitän die Sicherheit an Bord gefährdet sah. Statt den knapp vierstündigen Flug nach Großbritannien fortzusetzen, entschied er sich deshalb zur sofortigen Umkehr. Die Flugsicherung behandelte die Maschine bei der Rückkehr vorrangig und koordinierte parallel den Polizeieinsatz am Boden.

Etwa eine Stunde nach dem Start setzte das Flugzeug wieder auf Teneriffa auf. Die Landung verlief ohne weitere Zwischenfälle. Was genau die Schlägerei ausgelöst hatte, ist bislang nicht bekannt. Ebenso machten die Behörden zunächst keine detaillierten Angaben zu möglichen Verletzten. Medienberichten zufolge wurden jedoch mehrere beteiligte Fluggäste nach der Landung aus dem Flugzeug geholt.

Mit-Reisende hatten mehrere Stunden Verspätung

Easyjet bestätigte den Vorfall. In einer Stellungnahme erklärte die Airline, Flug EZY3352 sei wegen einer Gruppe von Passagieren, die sich störend verhalten habe, nach Teneriffa zurückgekehrt und dort von der Polizei empfangen worden. Die Sicherheit von Passagieren und Besatzung habe jederzeit oberste Priorität. Das Kabinen- und Bodenpersonal sei speziell geschult, um auf solche Situationen schnell und angemessen zu reagieren. Störendes Verhalten werde nicht toleriert.

Für die übrigen Reisenden bedeutete der Zwischenfall eine deutliche Verspätung. Nachdem die Polizei ihre Maßnahmen abgeschlossen hatte, konnte die Maschine ihren Flug fortsetzen. Rund zwei Stunden nach der ungeplanten Landung hob das Flugzeug erneut ab und erreichte Liverpool noch in derselben Nacht ohne weitere Vorkommnisse.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Zwischenfällen mit sogenannten „unruly passengers“ ein – also Fluggästen, die durch aggressives oder gefährliches Verhalten den Flugbetrieb stören. Airlines und Luftfahrtbehörden weisen seit Jahren auf die Problematik hin. Für die Beteiligten drohen je nach Sachlage strafrechtliche Konsequenzen sowie hohe Kostenforderungen der Airline.