Die Geschichte klingt wie aus einem schlechten Film. Ein Mann hat beim Auktionshaus Sotheby’s am 27. Februar 2026 einen Ferrari F40 aus dem Jahr 1992 für den Rekordpreis von 5.230.000 US‑Dollar (4,52 Millionen Euro) ersteigert.
Nach der Auktion meldet sich ein Insolvenzverwalter
Allein das klingt schon nach einer unglaublichen Geschichte. Doch sie geht noch weiter – und nimmt eine dramatische Wendung. Kurz nach der Auktion meldeten sich in Schweden Mitarbeiter eines Insolvenzverwalters.
Ferrari F40 könnte zur Konkursmasse zählen
Bei der Prüfung von Eigentumsnachweisen sei ein Ferrari F40 mit exakt jener Fahrgestellnummer aufgefallen, der in den USA versteigert wurde. Der Wagen könnte demnach zur Konkursmasse zählen. Das würde bedeuten, dass er nicht hätte verkauft werden dürfen.
Die Insolvenzverwalter nahmen Kontakt zu Sotheby’s auf. Unklar ist bislang, wer die Auktionseinlieferung veranlasst hat und wie das Fahrzeug 2024 aus Schweden ausgeführt wurde. Zudem soll es Hinweise auf ein Dutzend weiterer Luxusfahrzeuge geben, die mit dem Fall zusammenhängen könnten.

Technik des F40 ist ein Kultobjekt
Der betroffene Ferrari gehört zu den letzten in Maranello gebauten F40 und wurde 1987 zum 40‑jährigen Firmenjubiläum vorgestellt. Er hat einen 2,9‑Liter‑V8‑Biturbo (478 PS) und Fünfgang‑Handschaltung. Allerdings verfügt der Ferrari über keine Fahrerassistenzsysteme wie ABS, Traktionskontrolle oder Elektronik, was ganz im Geist der Zeit steht. Genau diese Technik macht den F40 zum Kultobjekt.
Dass dieses Exemplar in Miami so hoch gehandelt wurde, passt ins Bild. Makellos erhaltene, laufleistungsarme 80er-/90er-Autos werden belohnt.
F40 könnte in Schweden in Verfahren einbezogen werden
Kvalitena AB (publ), ein schwedischer Immobilienkonzern, wurde im April 2025 nach gescheiterter Restrukturierung für insolvent erklärt. Seither arbeiten Verwalter die Masse mit Blick auf erhebliche Verbindlichkeiten auf.
Kern der Prüfung ist, ob der F40 rechtlich der Konkursmasse zuzuordnen ist. Stellen die Ermittler fest, dass der Wagen zur Masse gehört, kann eine Rückabwicklung verlangt werden. Der F40 könnte in Schweden in das laufende Verfahren einbezogen und möglicherweise zugunsten der Gläubiger verwertet werden.
Mann könnte seinen 5,2 Millionen Dollar los sein
Da der Wagen inzwischen in den USA ist, bräuchte die schwedische Seite gerichtliche Hilfe. Ein möglicher Weg führt über das US‑Insolvenzrecht, das ausländische Verfahren anerkennen kann. In solchen Fällen können US‑Gerichte die Herausgabe von Vermögensgegenständen zur Verwaltung im ausländischen Hauptverfahren anordnen.
Sollte die schwedische Justiz feststellen, dass der F40 Teil der Konkursmasse ist, drohen dem Käufer die Rückgabe des Fahrzeugs oder ein sogenannter Erlös-Abfluss an die Masse. Mit anderen Worten: Der Mann, der glaubte, seiner Sammlung einen der begehrenswertesten Ferraris der Welt hinzugefügt zu haben, muss sich vielleicht doch von seinem 5,2 Millionen Dollar teuren F40 trennen.





