Ganz Deutschland wartet darauf, dass der spektakulärste Mordfall des vergangenen Jahres endlich gelöst wird: Wann verkünden die Ermittler neue Ergebnisse im Fall Fabian aus Güstrow? Die Leiche des Achtjährigen wurde Mitte Oktober an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden. Nun wird der Hinweis eines Zeugen zu einem Geheimnis.
Augenzeugen sprachen nach Leichenfund mit den Medien
Bei der Aufklärung des Mordes an Fabian aus Güstrow setzten die Ermittler unter anderem auf Hinweise aus der Bevölkerung – die Behörden waren unter anderem in der bekannten TV-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ präsent, berichteten hier von dem Fall, hofften auf Meldungen von Zeugen. Die kamen nach der Sendung auch – manche Augenzeugen wandten sich nach dem Leichenfund auch an die Presse.
Auch ein Betreiber eines Döner-Imbiss meldete sich zu Wort – und berichtete, Fabian am Tag seines Verschwindens gesehen zu haben. Eine Info, die besonders spannend ist. Denn sie gibt Hinweise darauf, wo sich der kleine Junge an jenem Tag aufgehalten haben könnte, an dem ihn seine Mutter später als vermisst melden musste. Laut dem Besitzer des Ladens war Fabian vor dem Geschäft. Die genaue Uhrzeit konnte er gegenüber der BILD nicht sagen – es sei aber noch hell gewesen.

Der Mann war sicher, dass es der Junge war. Der Grund: Der Junge habe Blätter mit den Füßen auf dem Gehweg verteilt – und er sei aus dem Laden gegangen, um ihm zu sagen, dass er damit aufhören soll. Zehn Minuten später sei ein Bus gekommen und der Junge sei weg gewesen. Als die Polizei später Fahndungsbilder veröffentlichte, um Fabian aus Güstrow zu finden, habe der Dönerladen-Chef den Jungen erkannt. Trotzdem bleibt unklar, ob es wirklich Fabian war – und wohin er fuhr, falls er wirklich den Bus nahm.
Zeugenaussage im Fall Fabian wird zum Rätsel
Die Zeugenaussage rund um den Dönerimbiss und die Bushaltestelle wird nun aber zugleich zu einem großen Rätsel. Denn: die Ermittler können die Sichtung des kleinen Fabian aus Güstrow an der Bushaltestelle bisher nicht bestätigen! „Aus unserer Sicht gibt es keine Anhaltspunkte, dass er gesehen wurde“, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack gegenüber der Frankfurter Rundschau. Zwar seien solche Zeugenaussagen wichtig, aber eben auch unsicher. Jeder könne selbst überlegen, wie oft man eine Woche später noch sagen könne, wen man zu welcher Uhrzeit gesehen hat.

Denn oft entstehen im Kopf auch ganz andere Dinge als die, die wirklich passiert sind. Laut Nowack ziehen Augenzeugen immer wieder auch Schlussfolgerungen aus Dingen, die sie gehört, gelesen oder gesehen haben. Die Tatsache, dass so viel über den Mord an Fabian aus Güstrow berichtet wurde und wird, könnte also auch Zeugen beeinflusst haben. Welche Hinweise die Ermittler im Fall Fabian inzwischen haben und ob es eine wirklich heiße Spur zum Täter gibt, ist bisher unklar.
Gina H. gilt im Fall Fabian noch als Hauptverdächtige
Als einzige Verdächtige gilt laut Berichten noch immer Gina H., die Ex-Freundin von Fabians Vater. Sie sitzt seit Anfang November in Untersuchungshaft. Für die Frau gilt aber noch immer die Unschuldsvermutung.
Der kleine Fabian aus Güstrow verschwand am 10. Oktober aus dem Haus seiner Mutter. Vier Tage später wurde seine Leiche an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden. Der Täter oder die Täterin hatte versucht, die sterblichen Überreste des Jungen zu verbrennen – vermutlich, um Spuren zu vernichten. Die Staatsanwaltschaft hat bereits angekündigt, dass man mit einem Abschluss der Ermittlungen Ende Februar oder Anfang März rechnet.




