Natur, Ruhe und vergleichsweise günstige Preise locken immer mehr Camper nach Sachsen. Die Zahl der Übernachtungen ist innerhalb von zehn Jahren um 76,6 Prozent gestiegen. Dennoch hat das Bundesland ein Problem: Viele Urlauber denken bei Camping noch immer nicht zuerst an Sachsen.
Camping-Zuwachs im Osten
Camping wird in Sachsen immer beliebter. Das zeigt eine neue Markt- und Potenzialstudie im Auftrag des Tourismusministeriums und des Landestourismusverbandes. Demnach stieg die Zahl der Campingübernachtungen zwischen 2014 und 2024 um 76,6 Prozent auf rund 1,1 Millionen.

Trotz dieses starken Wachstums macht Camping bislang nur etwas mehr als fünf Prozent aller Übernachtungen im Freistaat aus. Für Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) steckt deshalb noch reichlich Potenzial in der Branche. Sie bezeichnete sie als einen „kleinen Riesen mit großem Potenzial“.
Sachsen fehlt die Bekanntheit
Zu den beliebtesten Zielen gehören die Oberlausitz und die Sächsische Schweiz. Beide Regionen verfügen über jeweils 13 Campingplätze und kommen auf rund ein Drittel aller Campingübernachtungen. Auch der Großraum Leipzig spielt eine wichtige Rolle. Dort gibt es ebenfalls 13 Campingplätze und rund acht Prozent der Übernachtungen entfallen auf diese Region. Das Vogtland wiederum ist besonders bei Dauercampern gefragt.

Für die Studie untersuchten Experten der dwif-Consulting GmbH zwischen September 2025 und Februar 2026 den Campingmarkt. Das Ergebnis: Die abwechslungsreiche Natur, die Landschaften, Ruhe und Erholung sowie vergleichsweise günstige Preise machen das Reiseziel attraktiv für Camper.
Ein großes Problem bleibt jedoch die Bekanntheit. Bei einer deutschlandweiten Befragung von mehr als 2000 Campern konnten sich lediglich rund acht Prozent eine Reise nach Sachsen vorstellen. Im Wettbewerb mit anderen Campingregionen fehlt bislang die Wahrnehmung als klassisches Campingziel.


