Die schlimmsten Befürchtungen der Tierschützer im Fall von Buckelwal Hartwin sind Wirklichkeit geworden. Das Tier, das in den vergangenen Wochen immer weiter Richtung Ostsee schwamm und dabei immer wieder beobachtet wurde, scheint noch tiefer in das Gewässer vorgedrungen zu sein als gedacht. Der Wal wurde jetzt bei Heiligenhafen gesichtet: Videos zeigen einen Wal, der dort im Meer seine Bahnen zieht. Die Tierschützer sind in großer Sorge.
Ist es Hartwin? Videos zeigen Wal vor Heiligenhafen
Auf Facebook tauchten am Donnerstag Videos auf, die zeigen, wie sich im Meer der Rücken eines Wals mehrmals kurz aus dem Wasser erhebt. Die Qualität der Filme ist schlecht – doch zu sehen ist, dass es sich um einen Wal handeln muss und dass dieser einen sehr weißen Rücken hat. Tierschützer gehen deshalb davon aus, dass es sich um Buckelwal Hartwin handelt, den Wal, der schon in den vergangenen Wochen immer wieder auf seiner Reise Richtung Ostsee beobachtet wurde.
„Sehr schlechte Nachrichten – Hartwin befindet sich jetzt in deutschen Gewässern, tief in der Ostsee“, schreiben die Tierschützer von „Stranded No More“, die die Reise des Buckelwals seit Wochen begleiten, auf ihrer Facebook-Seite. „Er wurde heute bei Dazendorf/Heiligenhafen gesichtet.“

Für sie ist es das Worst-Case-Szenario: Buckelwal Hartwin sei jetzt in sehr schlechtem Zustand. „Wir sind extrem besorgt.“ Der Grund: Es dürfte für Hartwin sehr schwierig sein, von dort wieder zurück in die Nordsee zu finden. „Findet er von dort jemals wieder zurück?“, fragt ein Nutzer. Ein anderer stellt fest: „Oh nein, er war doch gestern noch weiter hoch Richtung Norden unterwegs.“
Es ist nicht die erste Sichtung von Hartwin in deutschen Gewässern. Schon am 8. Juli meldete „Stranded No More“, dass der Wal vor der Halbinsel Holnis gesichtet wurde. Am Sonntag, dem 5. Juli, war er dort im Wasser zu sehen. „Das bedeutet, dass er sich jetzt in deutschen Gewässern befindet und nur noch tiefer in die Ostsee vordringen wird.“
Schon da schlugen die Tierschützer Alarm. „Diejenigen, die sagen ,lasst ihn in Ruhe‘, haben wahrscheinlich schon vergessen, wie Buckli/Hope/Timmy 14 Monate lang in der Ostsee verweilte, bevor sie strandete. Sobald Wale so tief in die Ostsee vordringen, schaffen sie es nie wieder lebend aus eigener Kraft heraus.“


