Die deutsche Redewendung „Bis in die Puppen schlafen“ hat jeder schon einmal gehört. Sie bedeutet, dass jemand sehr lange im Bett liegt – bis zum Mittag oder sogar darüber hinaus. Wie Teenager oder auch Erwachsene, die sich von einer durchzechten Nacht oder Krankheit erholen. Doch kaum einer kennt die Geschichte hinter der Floskel. Tatsächlich hat sie ihren Ursprung in Berlin.
Die Geschichte hinter „Bis in die Puppen schlafen“
Der Ausdruck stammt aus dem Berlin des 18. Jahrhunderts. Auf dem Platz Großer Stern im Berliner Tiergarten – wo heute die Siegessäule steht – befanden sich früher Statuen antiker Götter. Die Berliner Bevölkerung nannte diese Statuen im Dialekt spöttisch „Puppen“.
Da der Tiergarten damals noch weit außerhalb des Stadtzentrums lag, war ein Spaziergang „bis zu den Puppen“ ein sehr weiter Weg, der viel Zeit in Anspruch nahm. Diese zeitliche und räumliche Distanz übertrug sich schließlich auf Tätigkeiten, die sehr lange dauern – wie eben das Schlafen.

Im gleichen Zusammenhang entstanden auch verwandte Wendungen wie „Das geht über die Puppen“ mit der Bedeutung „Das übersteigt das Maß“. Da man bekanntermaßen Anstoß an den nackten Götterfiguren nahm, empörte man sich so auch über leicht bekleidete Mädchen mit dem Ausspruch: „Das geht noch über die Puppen.“
Großer Stern hält bis heute alle wach
Wie passend, denn: Der Große Stern mit der Siegessäule hat sich bis heute als Platz für Vergnügungen und Partys gehalten! Hier finden jedes Jahr mehrere rauschende Feste statt. Darunter der Christopher Street Day (CSD) – oder unweit auch die Partymeile am Brandenburger Tor zu Silvester oder Fußballmeisterschaftsspielen, die sich in der Regel über die ganze Straße des 17. Juni bis hin zur Goldelse erstreckt.



