Bitter für Schoko-Fans

Beliebte Süßigkeit verschwindet bei Aldi, denn es gab Zoff vor Gericht

Lindt verkauft die eigenen Süßigkeiten nicht beim Discounter. Aldi hatte aber ein Ersatzprodukt im Sortiment. Jetzt das Gerichtsurteil in der Schweiz.

Author - Florian Thalmann
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Die rote Version der Feinen Schokoladenkugeln war dem Gericht in der Schweiz zu nah am Original von Lindt. Das Produkt muss deshalb vom Markt genommen werden. Hier: Tüten mit den Süßigkeiten im Weihnachtsverkauf einer Aldi-Filiale in Hamburg.
Die rote Version der Feinen Schokoladenkugeln war dem Gericht in der Schweiz zu nah am Original von Lindt. Das Produkt muss deshalb vom Markt genommen werden. Hier: Tüten mit den Süßigkeiten im Weihnachtsverkauf einer Aldi-Filiale in Hamburg.Breuel-Bild/imago

Die Süßigkeiten des Herstellers Lindt sind sehr teuer – und für viele kaum zu bezahlen. Umso mehr freuen sich viele Verbraucher über die Ersatzprodukte, die es auch bei den Discountern gibt. Denn echte Süßigkeiten des Schokoladen-Unternehmens aus der Schweiz wird es etwa bei Lidl und Aldi nicht geben. Doch nun ist zumindest bei Aldi auch mit einer beliebten Süßigkeit Schluss, die an ein Produkt von Lindt angelehnt war. Der Zoff um die Markenrechte landete in der Schweiz vor Gericht. Und nun wurde entschieden.

„Feine Schokoladenkugeln“ verschwinden bei Aldi

Es geht um die beliebten „Feinen Schokoladenkugeln“ der Marke „Moser Roth“, die der Discounter in der Schweiz im Sortiment hat. Beziehungsweise hatte. Denn sie erinnerten verdächtig an die Lindor-Kugeln, einen der Klassiker aus dem Sortiment des Schweizer Schokoladenherstellers.

Der Zoff um die Markenrechte landete in der Schweiz vor Gericht, weil Lindt gegen die Schokokugeln von Aldi klagte – und das Gericht gab dem Schweizer Unternehmen Recht. Aldi hat sich im Design der Verpackung der Schokoladenkugeln dem Original von Lindt zu sehr angenähert, so das Urteil.

Das Original: Die Lindor-Kugeln sind ein beliebtes Produkt von Lindt. Der Schweizer Hersteller möchte nicht, dass die Pralinen kopiert werden.
Das Original: Die Lindor-Kugeln sind ein beliebtes Produkt von Lindt. Der Schweizer Hersteller möchte nicht, dass die Pralinen kopiert werden.Dreamstime/imago

„Die Beklagte lehnt ihre rote ,Feine Schokoladenkugel‘ in unnötiger Weise (...) an die rote Lindor-Kugel an“, hieß es im Urteil. Dem Gericht fehlte ein vernünftiger Grund dafür, dass die Schokokugeln von Aldi so stark an die Lindor-Pralinen von Lindt angelehnt waren.

Der Vertrieb der Ersatz-Süßigkeit wurde deshalb verboten. Bitter nicht nur für die Kunden, die mit den Aldi-Kugeln ein Schnäppchen machen konnten. Sondern auch für Aldi selbst: Die Kugeln, die es zeitweise auch in Deutschland gab, müssen nicht nur vom Markt genommen werden.

Vom Urteil sind nur rote Schokoladenkugeln betroffen

Sondern: Aldi muss auch angeben, wie viele Pralinen verkauft wurden und wie viel Umsatz damit gemacht wurde. So soll der mögliche Schadenersatz beziffert werden. In einer Frage können die Kunden aber aufatmen: Von der Entscheidung des Gerichts betroffen sind tatsächlich nur die roten Kugeln.

Der Discounter hat auch blaue Kugeln im Sortiment, außerdem eine Serie in Braun, Weiß und anderen Farben. Hier sei der Abstand zu den „Lindor“-Kugeln groß genug, so das Gericht. Auf der Website von Aldi sind diese Kugeln auch auf dem deutschen Markt weiter abrufbar.

Lindt geht nicht nur juristisch gegen solche Kopien der eigenen Produkte vor, sondern lehnt auch den Verkauf der eigenen Schokolade bei Discountern wie Aldi und Lidl ab. Das stellte Adalbert Lechner, der Unternehmenschef von Lindt, in einem Interview klar. „Wir haben uns entschieden, nicht mit Aldi und Lidl zusammenzuarbeiten“, sagte er. Der Grund: „Sonst enden wir bei immer mehr und stärkeren Sonderangeboten und entwerten unsere Marke.“

Was halten Sie vom Schoko-Streit um die beliebten Kugeln? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com.