Es geht ans Geld

Ausgerechnet Barcelona: Kreuzfahrt-Urlaubern droht der nächste Preis-Hammer

Barcelona zieht die Schraube beim Massentourismus an. Wer künftig nur für ein paar Stunden mit dem Kreuzfahrtschiff anlegt, muss deutlich mehr zahlen.

Author - Sebastian Krause
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Wer in Barcelona zu den Kreuzfahrt-Touristen gehört und nur kurz dort Halt macht, muss künftig tiefer in die Tasche greifen.
Wer in Barcelona zu den Kreuzfahrt-Touristen gehört und nur kurz dort Halt macht, muss künftig tiefer in die Tasche greifen.imago/IP3press

Barcelona macht Ernst im Kampf gegen den Kreuzfahrt-Boom. Wer künftig mit einem Kreuzfahrtschiff in der katalanischen Metropole anlegt, soll laut dem spanischen Medium „El Diario“ deutlich mehr zahlen als bisher.

Zuschlag in Barcelona steigt von 8 auf 24 Euro

Die katalanischen Regierungsparteien PSC, ERC und Comuns haben sich darauf verständigt, die Touristenabgabe für Kreuzfahrtgäste spürbar anzuheben. Künftig soll sie für Kreuzfahrtpassagiere in Barcelona bei 24 Euro liegen. Der bisherige Zuschlag hatte bei maximal acht Euro gelegen.

Erhöhung trifft Touristen auf der Durchreise hart

Zusammen mit der bestehenden regionalen Kurtaxe könnten mit der Preiserhöhung künftig sogar bis zu 30 Euro pro Person fällig werden. Besonders betroffen wären Passagiere, die nur auf der Durchreise sind und den Tag ohne Übernachtung in der Stadt verbringen.

Barcelona hat dem Massentourismus den Kampf angesagt.
Barcelona hat dem Massentourismus den Kampf angesagt.imago/Marc Asensio Clupés

Laut der britischen Zeitung „The Independent“ soll die Erhöhung vor allem Kreuzfahrten treffen, die weniger als zwölf Stunden im Hafen liegen. Fahrten, die in Barcelona beginnen oder enden, sollen demnach anders bewertet werden, weil sie wirtschaftlich mehr in der Stadt lassen.

Barcelona sieht wegen Massentourismus viele Probleme

Hintergrund ist der anhaltende Boom des Kreuzfahrt-Tourismus. Nach offiziellen Angaben legten 2025 rund 3,99 Millionen Passagiere in der katalanischen Metropole an – Rekord. „El Diario“ berichtet, dass die Behörden darin eine zunehmende Belastung für Infrastruktur und Lebensqualität sehen. Die Sorgen wachsen auch wegen Überfüllung und Massentourismus.

Eine Studie des Hafens, über die „The Independent“ berichtet, kommt zu dem Ergebnis, dass Kreuzfahrtgäste im Schnitt nur 5,7 Stunden in Barcelona verbringen. Im Tagesdurchschnitt machen sie 2,5 Prozent aller Touristen aus, in der Hochsaison bis zu 7,5 Prozent.

Neue Abgabe soll frühestens 2027 in Kraft treten

Bürgermeister Jaume Collboni hatte bereits im Frühjahr angekündigt, die Abgabe für Kreuzfahrtgäste deutlich erhöhen zu wollen. Die höheren Abgaben sollen frühestens 2027 in Kraft treten. Parallel arbeitet die Stadt an weiteren Maßnahmen gegen Massentourismus. Bis 2030 ist geplant, die Zahl der Kreuzfahrt-Terminals von sieben auf fünf zu reduzieren.

Barcelonas Bürgermeister Jaume Collboni hatte die Touristenerhöhung schon lange angekündigt.
Barcelonas Bürgermeister Jaume Collboni hatte die Touristenerhöhung schon lange angekündigt.imago/David Zorrakino

Barcelona steht mit diesem Kurs nicht allein. Auch andere bekannte Hafenstädte wie Venedig und Dubrovnik versuchen, große Kreuzfahrtschiffe strenger zu regulieren. Ziel ist in allen Fällen, Tourismus zu steuern, anstatt ihn ungebremst wachsen zu lassen.

Auch Reedereien drehen an der Preisschraube

Doch es wird nicht nur an Land teurer. Auch auf See drehen Reedereien an der Preisschraube. Die US-Reederei Holland America Line hat Anfang Juni eine neue „Crew-Wertschätzungsgebühr“ eingeführt. Diese feste Servicepauschale ersetzt das klassische, freiwillige Trinkgeld.

Gäste in Standardkabinen zahlen nun 18 US-Dollar (15 Euro) pro Tag, in Suiten sind es 20 US-Dollar (17 Euro). Die Beiträge gelten seit dem 1. Juni.

Crew soll für harte Arbeit angemessen honoriert werden

Die Reederei erklärt gegenüber dem US-Sender Fox News, man wolle damit „den außergewöhnlichen Service und die harte Arbeit unserer Crew“ angemessen honorieren. Laut Fox News wird die Gebühr automatisch dem Bordkonto zugeschlagen. Gäste können den Betrag an Bord nach Angaben der Reederei aber anpassen lassen.

Holland America Line ist mit dieser Entwicklung nicht allein. Auch andere große Anbieter haben ihre Pauschalen für Service und Trinkgeld erhöht. MSC Cruises verlangt bei neuen Buchungen künftig 17 US-Dollar (14 Euro) pro Person und Nacht in Standardkabinen. Die MSC-Hotel-Servicegebühr für bestimmte Nordamerika-Routen liegt laut MSC bei 17 US-Dollar pro Nacht für Standardkabinen und 23 US-Dollar pro Nacht im Yacht Club.

Für deutsche Urlauber schon lange Teil des Gesamtpreises

Wichtig für deutsche Urlauber: Gegenüber CHIP.de stellte MSC Cruises klar, dass diese Gebühr für Gäste aus Europa und insbesondere aus Deutschland bereits im ausgewiesenen Gesamtpreis enthalten ist. Für sie fällt die Servicepauschale daher nicht zusätzlich an Bord an, sondern ist Teil des Gesamtpakets.

Auch MSC Deutschland erklärt auf seiner Internetseite, dass die obligatorische Hotel-Servicegebühr seit 2021 integrierter Bestandteil des Gesamtreisepreises ist.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com