Nie wieder Apfelallergie

Atemnot ade: Diesen Apfel können auch Menschen mit Allergie essen

Einige Menschen können keine Äpfel direkt vom Baum essen, Apfelmus genießen sie dagegen ohne Probleme. Woher kommt das?

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Für viele Menschen sind Äpfel der ideale Snack – knackig, saftig und dazu auch noch gesund.
Für viele Menschen sind Äpfel der ideale Snack – knackig, saftig und dazu auch noch gesund.obs

Für viele Menschen sind Äpfel der ideale Snack – knackig, saftig und dazu auch noch gesund. Doch nicht jeder kann die beliebten Früchte unbeschwert genießen. Bei manchen lösen bereits wenige Bissen unangenehme Beschwerden aus, die von Juckreiz und Übelkeit bis hin zu Atemnot reichen können. Die Ursache: eine Apfelallergie. Doch es gibt Hoffnung! Laut der Europäischen Allergiestiftung (Ecarf) soll im Jahr 2026 eine spezielle Apfelsorte für Allergiker auf den Markt kommen. Wir erklären, was es damit auf sich hat …

Was ist eine Apfelallergie?

In unseren Breiten macht sich eine Apfelallergie meist durch das sogenannte orale Allergiesyndrom (OAS) bemerkbar. Betroffene reagieren kurz nach dem Verzehr mit Symptomen wie Brennen im Mund- und Rachenraum, Schwellungen an Zunge und Lippen sowie einem Taubheitsgefühl. In einigen Fällen kann auch der tiefere Rachen- und Kehlkopfbereich anschwellen, was zu einem Engegefühl führt und in seltenen Fällen Atemnot verursachen kann.

Glücklicherweise sind hier in Mittel- und Nordeuropa starke allergische Reaktionen mit Hautreaktion, Atemnot, Kreislaufproblemen und Magen-Darm-Symptomen eher selten. Interessanterweise werden schwere Reaktionen auf Apfel eher bei Südeuropäern beobachtet, schreibt der Nabu.

In den meisten Fällen ist eine Apfelallergie eigentlich keine eigenständige Krankheit, sondern das Ergebnis einer Verwechslung durch das Immunsystem. Menschen mit einer Pollenallergie, insbesondere gegen Birkenpollen, reagieren auf bestimmte Eiweiße im Apfel, weil ihr Körper sie fälschlicherweise für Allergene aus der Luft hält. Diese Verwechslung löst eine Abwehrreaktion aus, die zu den typischen Symptomen führt. Seltener tritt diese Kreuzreaktion auch bei Allergien gegen Erlen- oder Haselpollen auf. Doch nun gibt es Hoffnung: Ein spezieller Apfel für Allergiker soll Abhilfe schaffen.

Neuer Apfel für Allergiker

Für Allergiker gibt es bald eine neue Apfelsorte, die besser verträglich sein soll. Das gab die Europäische Allergiestiftung Ecarf kürzlich bei einer Pressekonferenz in Berlin bekannt. Bereits im September 2025 soll die erste dieser speziellen Sorten in den Supermärkten erhältlich sein, eine weitere folgt im Januar 2026.

Diese neuen Äpfel enthalten deutlich weniger Mal d1 – das Hauptallergen, das allergische Reaktionen auslöst. Ganz frei von diesem Stoff sind sie zwar nicht, doch der Gehalt ist so niedrig, dass die meisten Allergiker sie vermutlich ohne Beschwerden genießen können. Das erklärte Werner Dierend, Obstbau-Professor an der Hochschule Osnabrück, gegenüber dem MDR.

Die Entwicklung der Sorten ist das Ergebnis eines fünfjährigen Forschungsprojekts von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück, der Technischen Universität München und der Charité Universitätsmedizin Berlin.