Tang statt Badespaß

Algenalarm an der Ostsee: Was das für Ihren nächsten Urlaub bedeutet

Algen am Strand von Warnemünde sorgen bei Badegästen für Unmut. Die Tourismuszentrale erklärt, warum der Tang nicht sofort entfernt wird.

Author - Sebastian Krause
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An den Stränden an der Ostsee liegt derzeit viel Seetang (Archivbild).
An den Stränden an der Ostsee liegt derzeit viel Seetang (Archivbild).Inside-Picture/imago

Am Hitze-Wochenende zeigte sich am Strand von Warnemünde erneut ein Bild, das viele Badegäste stören dürfte: In Höhe eines Strandaufgangs hatte sich zeitweise ein dichtes Band aus Algen zwischen Ufer und Ostsee gebildet. Wer nicht durch den Tang ins Wasser laufen wollte, musste auf andere Strandabschnitte ausweichen.

Ansammlungen von Insekten zu beobachten

Zusätzlich waren über der Wasseroberfläche Ansammlungen von Insekten zu beobachten. Nach Wind und Regen ist der Algenstreifen an dieser Stelle inzwischen wieder verschwunden. Anders sah es am Dienstag, 30. Juni, noch an einem anderen Strandaufgang aus. Dort lag weiterhin Tang im Uferbereich, Möwen suchten darin nach Nahrung, während Urlauber das Wasser mieden. Das berichtet der Nordkurier.

Kein manueller Eingriff erforderlich

Dass die Algen nicht sofort beseitigt werden, begründet die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde mit den natürlichen Bewegungen der Ostsee. Angespülte Algen würden durch „natürliche Kräfte der Ostsee – Wellen, Strömungen und Wind – eigenständig wieder ins Wasser zurückgetragen“, teilte die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde mit, wie der Nordkurier berichtet.

Der Strand von Warnemünde ist bei Besuchern im Sommer sehr beliebt.
Der Strand von Warnemünde ist bei Besuchern im Sommer sehr beliebt.Richard Wareham/imago

Ein „manueller Eingriff“ sei deshalb nicht erforderlich. Gleichzeitig verweist die Tourismuszentrale darauf, dass der Strand regelmäßig im Blick behalten werde: „Die Tourismuszentrale ist stets bemüht, unseren Strand frei und sauber von Müll und Fremdkörpern zu halten und kontrolliert diesen täglich“, heißt es von der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde. Sollte eine „manuelle Räumung“ nötig werden, werde diese im Rahmen der laufenden Strandpflege „umgehend“ vorgenommen.

Auftreten von Algen ist ein typisches Phänomen

Das Auftreten von Algen ist nach Angaben der Tourismuszentrale kein außergewöhnliches Ereignis, sondern ein typisches saisonales Phänomen an der Ostsee. „Die Hauptblütezeit liegt typischerweise zwischen Juni und September, begünstigt durch höhere Wassertemperaturen und erhöhte Nährstoffeinträge.“ Die Stärke solcher Algenblüten könne von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen.

Unter Berufung auf das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde und das Umweltbundesamt verweist die Tourismuszentrale darauf, dass vor allem Wassertemperatur, Windverhältnisse und Nährstoffgehalt eine Rolle spielen. Ob eine Saison besonders stark ausfällt, lasse sich erst anhand von Langzeitmessdaten belastbar beurteilen. „Aktuelle Messwerte für 2026 liegen uns derzeit nicht vor.“

Wohl keine Auswirkungen auf die Wasserqualität

Auswirkungen auf die Wasserqualität oder den Badebetrieb sieht die Tourismuszentrale derzeit nicht. Die regelmäßige Kontrolle der Badewasserqualität sei durch das Kurortgesetz vorgeschrieben. Die Ostsee erreiche dabei „überwiegend die Bewertung ‚ausgezeichnet‘“, erklärte die Tourismuszentrale. Algenablagerungen am Strand beeinträchtigten die Wasserqualität und den Badebetrieb „in der Regel nicht“.

Eine Beseitigung des angeschwemmten Materials sei zudem mit Aufwand und Kosten verbunden. Diese hängen demnach stark davon ab, wie viel Material angespült wird, welche Personal- und Maschineneinsätze nötig sind und welcher Entsorgungs- oder Verwertungsweg gewählt werden muss. Je nach Saison könnten die Kosten deutlich schwanken. Hinzu kommt die fachgerechte Entsorgung: „Die am Strand gesammelten Algen gelten als Sondermüll und werden entsprechend fachgerecht entsorgt.“

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