Hitzige Debatte

Sepp Blatter warnt, Fußballfans sollten WM in den USA „infragestellen“

Der Ex-Fifa-Präsident löst auf Social Media eine Diskussion aus: Sollte man die kommende Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten hinterfragen?

Author - Sharone Treskow
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Joseph Blatter warnt Fans davor, für die WM in die USA zu reisen.
Joseph Blatter warnt Fans davor, für die WM in die USA zu reisen.Sathiri Kelpa/imago

Joseph „Sepp“ Blatter ist ein ehemaliger Schweizer Fußballfunktionär. Von 1998 bis 2016 war er Präsident des Weltfußballverbands Fifa. Wenn eine Größe wie er die kommende Weltmeisterschaft in den USA infrage stellt, horchen natürlich einige Fußballfans auf.

Blatter kritisiert die WM in den USA

Via Kurznachrichtendienst X zitiert Joseph Blatter den Schweizer Rechtswissenschaftler und Antikorruptionsexperten Mark Pieth: „Für alle Fans habe ich nur einen einzigen Ratschlag: Haltet euch fern von den USA!“ Dazu schrieb Blatter: „Ich denke, Mark Pieth hat recht damit, diese Weltmeisterschaft infrage zu stellen“.

In Form von Hashtags spricht Blatter am Ende seines Beitrags direkt den aktuellen Fifa-Boss Gianni Infantino und US-Präsident Trump an.

Donald Trump steht wegen seiner Außenpolitik bezüglich Grönland in der Kritik.
Donald Trump steht wegen seiner Außenpolitik bezüglich Grönland in der Kritik.Ukraine Presidency via Bestimage/imago

Zum Hintergrund: Die WM 2026 wird die 23. Ausgabe des Turniers sein, aber die erste mit 48 Teams und drei Gastgeberländern: Kanada, Mexiko und USA. Aufgrund von Trumps aggressiver Außenpolitik werden in Europa immer mehr Stimmen laut, man sollte die WM boykottieren.

Ex-Fifa-Boss polarisiert mit WM-Aussage

Mit seiner deutlichen Positionierung gegen eine Weltmeisterschaft in den USA sorgt Blatter für mächtig Aufsehen. Sein Beitrag wurde bereits 2000-mal gelikt, 1000-mal geteilt und hundertfach kommentiert. Viele stimmen dem Ex-Fifa-Chef zu.

„Boykottiert die Fifa-Weltmeisterschaft in den USA!“, kommentieren etliche Nutzer Blatters Post. „Die Weltmeisterschaft sollte die Welt vereinen und nicht den Frieden in Gefahr bringen. Wenn Experten Fans davor warnen, sich fernzuhalten, sollte die Fifa sich ein paar harte Fragen stellen, statt Tickets zu verkaufen“, schreibt Guy Felicella, ein kanadischer Politiker.

Joseph Blatter bekommt Kritik und Zustimmung für seinen indirekten Boykott-Aufruf bezüglich der WM in den USA.
Joseph Blatter bekommt Kritik und Zustimmung für seinen indirekten Boykott-Aufruf bezüglich der WM in den USA.Manuel Geisser/imago

Doch es gibt auch Kritik für Blatters Aussage: „Bitte vermischt die Fußballweltmeisterschaft nicht mit der Politik. Wir alle können etwas Ablenkung gebrauchen. Wer zur WM fährt, sollte nicht gleich verteufelt werden“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer stichelt: „Wieso? Kehr erst mal vor deiner eigenen Tür. Es gab auch in deiner Amtszeit Kriege. Die WM fand immer statt.“

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