Giftstoff entdeckt

Babymilch-Skandal weitet sich aus – auch Deutschland betroffen

Bestimmte Chargen von drei Produkten könnten mit dem Giftstoff Cereulid verunreinigt sein.

Author - Stefan Doerr
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Danone muss in Deutschland Babymilch zurückrufen.
Danone muss in Deutschland Babymilch zurückrufen.Imago/Cavan Images

Aptamil ist die meistverkaufte Marke für Milchnahrung in Deutschland. Doch jetzt könnten mehrere Babymilch-Produkte von Aptamil Säuglingen sogar gefährlich werden. Sie sind mit einem Giftstoff verunreinigt.

Deshalb hat der Lebensmittelkonzern Danone in Deutschland die betroffenen Babymilch-Produkte der Marke jetzt zurückgerufen. Grund ist eine mögliche Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid.

Betroffen sind nach Unternehmensangaben drei Chargen mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten. Andere Aptamil-Produkte seien nicht betroffen, teilte Danone mit.

Diese Babymilch-Produkte sind vom Rückruf betroffen
  • Aptamil Pronutra Pre in der 1,2-Kilogramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 19. November 2026
  • Aptamil Pronutra 1 DE (800 Gramm) mit dem Datum 10. November 2026
  • Aptamil Profutura Pre D (800 Gramm) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 20. April 2027
Diese Produkte sind vom Rückruf betroffen.
Diese Produkte sind vom Rückruf betroffen.Danone DACH
Dieses Produkt ist ebenfalls vom Rückruf betroffen.
Dieses Produkt ist ebenfalls vom Rückruf betroffen.Danone DACH

Ursprung des Giftstoffs in China

Seit Anfang Januar haben Hersteller wie Nestlé, Danone und der französische Konzern Lactalis Babymilch in dutzenden Ländern wegen der möglichen Verunreinigung mit Cereulid zurückrufen müssen. Es besteht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz, die die für Säuglinge wichtige Arachidonsäure enthält, für die Verunreinigung verantwortlich sein könnte. Cereulid ist ein Giftstoff bakteriellen Ursprungs, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann.

Erste Klagen gegen Hersteller in Frankreich

In Frankreich hat der Fall inzwischen juristische Folgen. Acht Familien sowie die Verbraucherorganisation Foodwatch haben Klage eingereicht. Sie werfen Unternehmen und Behörden vor, zu spät reagiert zu haben. Multinationale Konzerne hätten „Produkte in Umlauf gebracht, die die Gesundheit von Babys gefährden“, erklärte Foodwatch am Donnerstag in Paris.

Auch in Deutschland wächst die Sorge. Nach Angaben von Foodwatch meldeten sich bereits zahlreiche Eltern, deren Kinder nach dem Verzehr von Flaschenmilch Verdauungsstörungen gezeigt hätten. „Anstatt besorgte Eltern schnell und umfassend zu warnen, räumten Unternehmen und Behörden die verunreinigten Produkte oft still und heimlich aus den Regalen“, kritisierte Foodwatch.

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