Keine Streiks mehr

5,8 Prozent mehr für Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder

Nach drei Verhandlungsrunden einigten sich die Tarifpartner auf Erhöhungen in drei Schritten.

Author - Stefan Doerr
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Verdi-Chef Frank Werneke (r.) und Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) vor der letzten Verhandlungsrunde.
Verdi-Chef Frank Werneke (r.) und Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) vor der letzten Verhandlungsrunde.Soeren Stache/dpa

Durchbruch im Tarifstreit der Länder: Rund 925.000 Beschäftigte bekommen mehr Geld. Nach Warnstreik und drei Verhandlungsrunden einigten sich die Tarifparteien am Samstagmorgen in Potsdam.

Tarifstreit ging in die Verlängerung

Und am Ende können sich Beschäftigte auf ein Plus von insgesamt 5,8 Prozent freuen, mindestens jedoch auf 100 Euro im Monat. Damit ist der Konflikt im öffentlichen Dienst der Länder mit Ausnahme Hessens nach zähem Ringen und einem Streik in Kitas und Schulen vorerst beendet.

Wie die Gewerkschaft Verdi, der dbb beamtenbund und tarifunion mitteilten, steigen die Entgelte in mehreren Schritten. Zum 1. April 2026 gibt es 2,8 Prozent mehr, mindestens aber 100 Euro. Es folgen weitere 2,0 Prozent zum März 2027 und 1,0 Prozent zum Januar 2028. Nachwuchskräfte sollen schrittweise mindestens 150 Euro zusätzlich erhalten, auch Zuschläge für Wechsel- und Schichtarbeit werden angehoben.

Ein Warnstreik in Kitas und Schulen droht mit der Tarifeinigung nun nicht mehr.
Ein Warnstreik in Kitas und Schulen droht mit der Tarifeinigung nun nicht mehr.Ralf Hirschberger/dpa

Gewerkschaft mit Abschluss zufrieden

„Am Ende steht ein Ergebnis auf dem Niveau des Tarifvertrages für die Beschäftigen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen aus dem vorigen Jahr“, erklärte Verdi-Chef Frank Werneke. „Damit halten die Länderbeschäftigten Anschluss an das Lohnniveau ihrer Kolleginnen und Kollegen.“

Auch beim Beamtenbund spricht man von einem Erfolg nach dem Verhandlungs-Marathon. „Unsere Beharrlichkeit und Geschlossenheit haben den Durchbruch gebracht“, erklärte dbb-Chef Volker Geyer. „Natürlich ist das ein Kompromiss und nicht alle unsere Forderungen konnten wir umsetzen.“ Die Ergebnisse bedeuteten aber „konkrete und nachhaltige Verbesserungen“. Geyer verlangte zugleich, die Einigung auch auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen.

Neuer Tarifvertrag für 27 Monate

Aus Sicht der Arbeitgeber geht der Abschluss an die Schmerzgrenze. Der Kompromiss gehe an die Grenze des Machbaren, biete den Ländern aber Planungssicherheit über drei Haushaltsjahre bis 2028, sagt Andreas Dressel (SPD), Finanzsenator von Hamburg und Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 27 Monaten haben.

Die vorherige Vereinbarung war Ende Oktober ausgelaufen. Ursprünglich hatten die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Lohn gefordert, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat. Jetzt steht ein Kompromiss – mit spürbaren, aber gestreckten Erhöhungen.

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