Prozess

Zwei Männer starben im Feuer-Inferno – War es Mord aus Rache?

Ein polnischer Arbeiter steht in Berlin vor Gericht. Legte er ein Feuer, in dem zwei seiner Kollegen ums Leben kamen?

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Der Angeklagte Maksymilian M. (28) vor Gericht.
Der Angeklagte Maksymilian M. (28) vor Gericht.Pressefoto Wagner

Eine Doppelhaushälfte in Marzahn in Flammen. Mit verheerenden Folgen: Im verwüsteten Gebäude werden zwei Leichen gefunden.

War es mörderische Rache durch Brandstiftung? Ein Monteur aus Polen vor Gericht: Maksymilian M. (28). Er wohnte in dem Haus im Hornetweg mit mehreren Landsleuten – Facharbeiter, die über eine Agentur einen Job in Berlin hatten. Nun lautet die Anklage auf zweifachen Mord und Mordversuch in vier Fällen.

Ein Streit am Abend des 27. September in der Küche. Zwischen M. und Mitbewohner Adrian K. soll es hitzig zugegangen sein. Bis M. ein Messer ins Spiel gebracht habe. Einer der Arbeiter später zur Polizei: „Er ist als Aggressor aufgetreten.“ Als K. mit einer Ohrfeige zurückschlug, sei M. verschwunden.

Zwei Männer starben in den Flammen

Als alle schliefen, soll sich M. in die Unterkunft geschlichen haben. Die Anklage: „Gegen 2.35 Uhr legte er im Wohnzimmer im Erdgeschoss auf unbekannte Weise Feuer, um sich insbesondere an K. für den Streit zu rächen.“ Er sei davon ausgegangen, dass K. und die fünf anderen Männer nach viel Alkohol fest in den beiden oberen Geschossen schliefen.

Lukas Z. wurde durch ein Poltern wach. Seine Erinnerung: „M. hatte ein Tuch vor Mund und Nase, packte.“ Er habe M. gefragt: „Was machst du?“ Ruhig und entspannt habe M. gesagt: „Es brennt.“

Z. lief durchs Haus, wollte die Mitbewohner wecken. Überall Flammen. Es brannte lichterloh. Drei Männer sprangen aus dem ersten Obergeschoss und wurden verletzt, einer rettete sich auf ein Vordach. Für zwei Männer, 23 und 38 Jahre alt, kam jede Hilfe zu spät.

Doppelhaushälfte brannte komplett nieder

Um 2.53 Uhr ein Notruf. Eine Anwohnerin hatte das nächtliche Feuer bemerkt. Die Doppelhaushälfte stand komplett in Flammen, brannte vollständig aus. Die Familie, die nebenan wohnte, wurde in Sicherheit gebracht. Über Stunden hinweg waren insgesamt 88 Feuerwehrleute im Einsatz.

Nur zwei Tage später wurde Maksymilian M. in Polen gefasst, dann Anfang November ausgeliefert. Damals soll er bestritten haben. Im Prozess will er sich äußern. Verteidigerin: „Am Donnerstag.“