Die sechsfache Mutter aus Afghanistan wollte Schritt für Schritt freier leben, ihr Mann wollte es nicht akzeptieren: Gul A. (43) stach mit einem Jagdmesser immer wieder auf seine Frau Zohra G. (31) ein.
Das Landgericht entschied: Es war Mord. Lebenslange Haft erging gegen den Mann, der im Prozess immer wieder jammerte und zeterte. Richter Bernd Miczajka: „Sein Motiv war Rache, weil sie sich in Deutschland seinen Befehlen widersetzte und selbst über sich bestimmen wollte.“ Und: „Er ist maßlos eigensüchtig, verschlagen, manipulativ und bösartig.“
Zohra G. hatte ihn Anfang 2022 wegen Gewalt im Flüchtlingsheim, in dem sie mit den sechs Kindern lebten, angezeigt. Sie trennte sich. Er drohte mit Tötung. Sie lebte in Angst.
Der Richter: „Er wollte sie bestrafen, weil sie sich von ihm getrennt hatte – er war von Hass erfüllt, fühlte sich in seinem Ehrgefühl und seinem männlichen Stolz verletzt, wollte seine Dominanz wahren“. Und: „Ein klassischer Femizid.“
Der Frauenschlitzer schnitt seiner Frau die Kehle durch
Es war 9.54 Uhr, als Gul A. am 29. April 2022 an der Kreuzung Maximilian-Mühlenstraße in Pankow an eine Frau mit Kopftuch herantrat. Der Richter: „Er wollte sie wieder einmal abpassen.“ Sie wollte sich aus seinem Griff befreien. Der Richter: „13 schwerwiegende Schnitt- und Stichverletzungen fügte er ihr zu.“ Zuletzt hob er ihren Kopf an, schlitzte die Kehle auf.
Sie hatten 2008 in Afghanistan geheiratet. Nicht aus Liebe. Die Familien sollen die Ehe arrangiert haben. Bis 2019 brachte Zohra G. sechs Kinder zur Welt. 2020 kam die Familie nach Deutschland, fand Unterkunft in einem Flüchtlingsheim in Pankow.



