Auf Klau-Tour mit Kinderwagen als mobilem Versteck. Eine dreiste Masche, Ladendetektive aber sind gewarnt. Wie eine ertappte Familie ausrastete.
Beim Stehlen sitzt die Tochter im Buggy
Sie bedienten sich in einem Netto-Marken-Discount in Reinickendorf und landeten nun vor Gericht: Cosmin-Florentin P. (48), sein Sohn Sebastian B. (28) und Aurica M. (48). Beim Stehlen laut Anklage auch dabei: die Partnerin von B. und das gemeinsame Töchterchen – mit eineinhalb Jahren im Buggy.
Waren landen unter dem Buggy
Lust auf Deftiges. Sie griffen am 23. März 2025 gegen 17.15 Uhr erst ins Fleischregal – ein Kilo Hähnchenfilet, 750 Gramm Bifteki. Dann drei Packungen Schwarzwälder Schinken und Salami-Pizza. Noch was Süßes zum Schlemmen – zwei große Eisbecher. Und die Kleine bekam schließlich einen Disney-Pyjama.
Die Waren landeten allerdings nicht in einem Einkaufskorb, sondern unten im Buggy. Nur ein paar nicht so teure Dinge wurden an der Kasse aufs Band gelegt. Die Anklage: „Doch der Großteil sollte nicht bezahlt werden.“
Ladendetektiv hat Diebe im Blick
Ein Ladendetektiv aber hatte die Familie im Blick. Verkäufer Christian B. (42): „Er kam und sagte, dass da Leute aus dem Markt wollen, ohne zu bezahlen.“ Der Verkäufer sprang von der Kasse auf. Doch plötzlich Gewalt: „Einer drehte sich um und gab mir so eine auf die Nase, dass sie gebrochen war.“
Einer drehte sich um und gab mir so eine auf die Nase, dass sie gebrochen war.
Am Ende eine miese Prügel-Tour. Sie wollten entkommen. Weitere Fausthiebe in Richtung des Verkäufers, Vater P. setzte Reizgas ein. Und Aurica M. schmiss eine gefüllte 0,5-Liter-Plastikflasche, um die Verfolger abzuschütteln.
Vater P. hat in Rumänien ein Haus und zehn Pferde
Nur einen Teil der Beute konnten sie in der Hektik ins Auto werfen. B. am Steuer eines Wagens mit französischem Kennzeichen gab Gas. Auf dem Parkplatz mussten zwei Männer zur Seite springen. Dann düste die Familie davon. Verkäufer B.: „Ständig habe ich Stress mit Dieben und muss bei der Polizei aussagen.“
Vater und Sohn wurden vor drei Monaten in ihrer Heimat in Rumänien festgenommen, vier Wochen später überstellt. Sie saßen bis zum Prozess in U-Haft. Vater P.: „In Rumänien habe ich ein Haus und zehn Pferde, in Berlin hatte ich einen Minijob.“ Er habe wie sein Sohn geputzt.




