Putzen nötig

Kontrolle: Hygiene-Mängel bei mehreren Friseuren in Neukölln gefunden

Zahlreiche Kunden infizierten sich im Sommer in Barbershops in Neukölln mit einem Hautpilz. Das Bezirksamt hat nun die Sauberkeit überprüft. Das Resultat ist erschreckend.

Teilen
Schnelle Schnitte mit der Maschine, das sind die Markenzeichen zahlreicher Barber-Shops. Nicht immer geht es dabei hygienisch zu.
Schnelle Schnitte mit der Maschine, das sind die Markenzeichen zahlreicher Barber-Shops. Nicht immer geht es dabei hygienisch zu.Markus Wächter

Die Hygienestandards in vielen Neuköllner Friseursalons und Barbershops sind nach Angaben des Bezirks mangelhaft. Häufig gebe es keinen Hygiene- oder Reinigungsplan, teilte das Bezirksamt Neukölln mit. „Oftmals war kein entsprechendes Desinfektionsmittel vorhanden und die Gegenstände wurden mit einem Reinigungsmittel oder Wasser gesäubert.“ Der Reinigungszustand in den Geschäften sei zum Teil nicht ausreichend. Außerdem hätten manche Läden Rasierklingen nicht korrekt entsorgt.

Nur sechs von 40 Läden blitzsauber

„Dass nur sechs von über 40 Betrieben mängelfrei waren, zeigt die Wichtigkeit dieser Überprüfungen“, erklärte Gesundheitsstadtrat Hannes Rehfeldt. Allerdings waren die Mängel laut Bezirk selten gravierend. Die Salons und Shops seien sehr kooperativ gewesen. Nur ein Laden hätte kurzzeitig schließen müssen, in zwei weiteren sei eine Schließung angedroht worden. Das Bezirksamt plant weitere Kontrollen.

Salonbesucher erkrankten an Hautpilz

Auslöser für die Kontrollen waren mehrere Haut- und Kopfhautinfektionen durch einen Hautpilz - den Trichophyton tonsurans, auch Fadenpilz genannt - in diesem Sommer. Einige Menschen hatten sich in Friseursalons und Barbershops in Neukölln angesteckt.

Das Bezirksamt bittet Menschen aus Neukölln darum, Fadenpilzerkrankungen an das Gesundheitsamt zu melden. Eine Infektion äußere sich häufig durch Rötungen und Juckreiz, Hautveränderungen am Nacken, Kopf- und im Bartbereich, eine Verdickung der Haut, wassergefüllte oder eitergefüllte Bläschen, brüchige Haare und eine schuppige Kopfhaut. In schweren Fällen könne es zu dauerhaftem Haarausfall kommen. Das Amt wies außerdem darauf hin, dass Kundinnen und Kunden besonders darauf achten sollten, dass die Haarschneidegeräte, Stuhllehnen und Handtücher nach jeder Verwendung desinfiziert oder gewechselt werden. „Sie haben das Recht, die Mitarbeitenden dazu aufzufordern, wenn Sie Zweifel haben. ■