Es geht bei Hertha BSC nicht mehr um den Bundesliga-Aufstieg. Es geht Sonntag (13.30 Uhr) im Olympiastadion beim Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg um viel mehr. Es geht um die blau-weißen Herzen der Fans.
Gibt es einen Bruch zwischen Team und Fans?
Die Enttäuschung nach dem blamablen, willenlosen 2:5 in Paderborn ist noch immer riesengroß. Herthas Profis haben sportlich keinen Druck mehr, dafür ab jetzt eine riesige Verpflichtung. Wiedergutmachung bei den treuen Anhängern. Es ist das erste Mal seit dem Bundesliga-Abstieg 2023, dass es wirklich zu einem Bruch zwischen Mannschaft und den Fans kommen könnte.
Bisher konnten sich die Spieler immer sicher sein, dass sie von den Rängen eine überragende Unterstützung bekommen. Doch seit Paderborn ist die Stimmung gekippt. Trainer Stefan Leitl geht mit der Thematik so um: „Es ist ganz klar: wenn man ein Ziel ausgibt und es nicht erreicht, dass die Enttäuschung dann da ist. Nach dem Pokalspiel war noch Euphorie da, die war zu groß. Und zehn Tage später soll dann alles in Schutt und Asche liegen?“

Der Coach glaubt an einen kollektiven Blackout und spricht von einem „Ausrutscher“ in Paderborn. „Das war nicht die Mannschaft, die ich sonst so gewohnt bin“, sagt er und ergänzt: „Jetzt ist es die Aufgabe, die Saison bestmöglich abzuschließen. Die Saison ist nicht vorbei.“
Leitl: „Wir sind verantwortlich für die Stimmung“
Man könnte auch sagen: Der spannende Teil beginnt erst jetzt. Halten die Fans weiterhin die Treue? Das haben in erster Linie die Spieler selbst in der Hand. Leitl: „Wir sind erstmal verantwortlich für die Stimmung. Was nehmen die Leute wahr, wie sie nehmen die Mannschaft wahr: Intensität, Aktivität. Paderborn ist ja nicht der Regelfall. Wir haben da auf die Mütze bekommen. Ich glaube nicht, dass die Leute jetzt mit dem Knüppel ins Stadion kommen und auf der Mannschaft rumrödeln.“
Das bestimmt nicht, aber wenn es wieder so eine erbärmliche Vorstellung wie in Paderborn wird, könnte die Stimmung während dieses Heimspiels kippen. Und das hätte fatale Auswirkungen für den Rest der Saison. Die Gefahr ist da: Die Herzen der Fans zu verlieren. Darüber sind sich alle bei Hertha bewusst. Leitl hatte am Montag ein Sechs-Augengespräch mit Geschäftsführer Dr. Peter Görlich und Sportdirektor Weber.





