Glücklicher Sieg

Skandal! Sabotage gegen VAR beim Hertha-Sieg

Hertha BSC gewinnt 2:1 bei Preußen Münster, doch das Spiel wurde von einem Skandal überschattet.

Author - Wolfgang Heise
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Schiedsrichter Felix Bickel steht vor einem schwarzen Bildschirm, als er sich die Elferszene anschauen will. Im Hintergrund flüchtet ein Vermummter zurück in den Fanblock von Preußen Münster.
Schiedsrichter Felix Bickel steht vor einem schwarzen Bildschirm, als er sich die Elferszene anschauen will. Im Hintergrund flüchtet ein Vermummter zurück in den Fanblock von Preußen Münster.IMAGO/RHR-FOTO

Die Zweite Liga hat ihren nächsten Skandal. Das 2:1 (1:0) von Hertha BSC bei Abstiegskandidat Preußen Münster geriet in den Hintergrund. Nach dem Abpfiff gab es nur ein Thema: Bei Herthas Elfmeter blieb der Stadion-Bildschirm für die VAR-Prüfung der Szene schwarz. Kein technischer Defekt, sondern Sabotage von zwei vermummten Fans.

VAR Rafalski entscheidet auf Elfmeter für Hertha

Herthas Profis legten in Münster gleich los. Diszipliniert und volle Spielkontrolle bei dem Abstiegskandidaten. Immer wieder gute offensiv Aktionen, doch ein Tor wollte erstmal nicht fallen. Brekalo versuchte es mit zwei Torschüssen (13./31.), doch sonst fehlte die letzte Entschlusskraft im Sturm.

Es roch nach dem ersten blau-weißen Tor. Es kam, aber wie! Michael Cuisance  wurde im Strafraum von Münsters Verteidiger Niko Koulis am Schienbein getroffen (44.). Der Franzose krümmte sich am Boden liegend vor Schmerzen. Doch Schiri Felix Bickel hatte es nicht gesehen, ließ erstmal weiterspielen. Dann meldete sich Video-Assistenten Katrin Rafalski, die noch im Dezember ein Reese-Tor beim 3:3 gegen Fürth wegen angeblichen Abseits aberkannte.

Unstrittiger Elfmeter! Herthas Michael Cuisance wird von Münsters Niko Koulis Preußen Münster im Strafraum  am Schienbein getroffen.
Unstrittiger Elfmeter! Herthas Michael Cuisance wird von Münsters Niko Koulis Preußen Münster im Strafraum am Schienbein getroffen.IMAGO/RHR-FOTO

Die Röntgentechnikerin hatte das Foul im Videokeller gesehen und Cuisance zeigte auch noch dem Vierten Offiziellen seine Stollenabdrücke am Schienbein. Dann wurde es kurios: Schiri Bickel wollte sich die Szene anschauen, doch der Bildschirm im Stadion blieb schwarz.  Rafalski bestand auf Elfmeter für Hertha. Der Schiri gab ihn dann, ohne die Szene gesehen zu haben, einmaliger Vorfall, aber den Regeln entsprechend. Kapitän Fabian Reese verwandelte eiskalt zum 1:0 (45.+2).

Sky meldet: Schwarzer VAR-Monitor war Sabotage

Hertha ging mit der Führung in der Pause und im Stadion machte ein Gerücht die Runde. Münster-Fans hatten ein Plakat gezeigt: „Dem VAR den Stecker ziehen!“ War der ausgefallene Schiri-Monitor etwa kein technischer Fehler, sondern Sabotage-Akt? Pay-TV-Sender Sky machte das Getuschel publik und bestätigte dann: „Zwei Vermummte waren am Bildschirm!“ Protest gegen den VAR ist okay, aber das ist einfach ein Skandal.

Joker Winkler trifft zum Hertha-Sieg

Aber was machten die Blau-Weißen dann im zweiten Durchgang? Erstmal eine Schlafeinheit. Münsters Stürmer Jannis Heuer konnte locker zum 1:1 einköpfen (46.). Danach verlor die Truppe von Trainer Stefan Leitl die Linie, doch schlug am Ende in der Nachspielzeit nochmal zu. Bei einem Konter traf Joker Marten Winkler  eiskalt zum 2:1 in der Nachspielzeit (90.+2). Glücklicher Sieg, aber drei Punkte und viele Fragen wegen des schwarzen Bildschirms.