Ich gebe zu: Ich mag den VAR-Beweis auch nicht. Oder um es mit Ex-Herthaner Florian Niederlechner zu sagen: „Scheiß-Videobeweis!“ Ich finde auch den bundesweiten Fanprotest dagegen okay. Doch das, was sich beim 2:1-Sieg von Hertha BSC bei Preußen Münster abgespielt hat, geht eindeutig zu weit. Vermummte Preußen-Ultras zerstören mit einem Sabotage-Akt die Technik.
Der Schiri wurde noch mehr entmachtet
Der Bildschirm für den Schiri zur Nachprüfung bei der völlig unumstritten Elferszene für Hertha BSC blieb schwarz. Der Unparteiische Felix Bickel musste sich damit zu 100 Prozent auf das Wort von VAR-Assistentin Katrin Rafalski im Kölner Videokeller verlassen.
Das ist laut Statuten bei einem technischen Defekt auch erlaubt. Trotzdem haben in diesem Skandal die Saboteure den Schiedsrichter entmachtet und damit genau das Gegenteil bewirkt, wofür sie stehen: Volle Entscheidungsgewalt dem Schiri, auch wenn er mal einen Fehler macht.

Das war kein Klingelstreich, sondern Sachbeschädigung
Strafrechtlich war die Aktion auf jeden Fall: Es war Sachbeschädigung und das Betreten des Innenraums ist auch Hausfriedensbruch. Geschadet haben die Stecker-Zieher-Krawallos auf jeden Fall der Fan-Szene. Sie haben für einen Präzedenzfall gesorgt, der Konsequenzen nach sich ziehen wird. Gibt es demnächst einen Objektschutz des Bildschirms durch die Polizei? Auf jeden Fall war diese Aktion Wasser auf die Mühlen derer, die immer noch das alte Klischee der gewaltbereiten Fußballfans an die Wand malen.


