Hertha BSC

So leidet Hertha-Wunderkind Eichhorn wegen der Roten Karte

Hertha-Superjuwel Kennet Eichhorn flog beim 1:1 in Braunschweig vom Platz. Jetzt ist er für zwei Spiele gesperrt, dabei will der Teenie nur spielen.

Author - Wolfgang Heise
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Bitterer Abgang! Kennet Eichhorn läuft nach seiner Roten Karte geknickt vom Platz. Hertha-Trainer Stefan Leitl versucht ihn zu trösten.
Bitterer Abgang! Kennet Eichhorn läuft nach seiner Roten Karte geknickt vom Platz. Hertha-Trainer Stefan Leitl versucht ihn zu trösten.Sven Heidmann/imago

Was Wunderkind Kennet Eichhorn (16) gerade bei Hertha BSC alles mitmacht, ist die ganz harte Schule im Profifußball. Das Dauerthema um einen Wechsel zu einem Topklub streift der Junge bemerkenswert cool seit Monaten ab. Doch nach seiner schweren Knöchelverletzung im Januar erlebt er jetzt den zweiten Tiefschlag in die Magengrube. Rotsünder und zwei Spiele gesperrt! Wie verkraftet der Teenie das jetzt?

Trauriger Rot-Rekord für Eichhorn

Nach seinem Comeback vor 17 Tagen beim 1:0 in Dresden hatte sich Mittelfeld-Ausnahmetalent so auf die Restsaison gefreut. Beim 1:1 in Braunschweig stand er wieder in der Startelf, doch dann machte er die unglückliche Grätsche gegen Braunschweigs Florian Flick in der 73. Minute und kassierte nach VAR-Prüfung seine erste Rote Karte bei den Profis. Jetzt hält er den traurigen Rekord und ist der jüngste Rotsünder im deutschen Fußball.

Der Eintrag in die Geschichtsbücher ist aber nur eine Randnotiz. Eichhorn, der einfach nur Fußball spielen will, leidet. Mit hängendem Kopf ging er vom Platz. Trainer Stefan Leitl versuchte ihn am Spielfeld zu trösten. „Wir haben Kenny in diese Situation gebracht, weil wir qualitativ kein gutes Passspiel an den Tag gelegt haben. Kenny hat dann alles versucht. Das war eine unglückliche Szene, das war keine Absicht. Natürlich ist Kenny jetzt sehr angeschlagen. Natürlich gilt es für uns alle, ihn jetzt wieder aufzubauen.“

Der DFB sperrt Eichhorn für zwei Spiele

Schiri Patrick Alt wertete die Szene als grobes Foulspiel. Der DFB-Kontrollausschuss sperrte ihn am Montag für zwei Spiele, damit ist Eichhorn gegen Kiel und in Magdeburg nicht dabei.

Im Januar verletzte sich Kennet Eichhorn bei Herthas 0:0 gegen Schalke am linken Knöchel und fiel über zwei Monate aus.
Im Januar verletzte sich Kennet Eichhorn bei Herthas 0:0 gegen Schalke am linken Knöchel und fiel über zwei Monate aus.Engler/nordphoto GmbH/imago

Das ist einfach nur bitter für den jungen Kerl. Seit dem Sommer war er der Shootingstar bei den Blau-Weißen, erkämpfte sich im Turbo-Tempo einen Stammplatz als defensiver Sechser. Sein Marktwert explodierte auf 20 Millionen Euro. Doch in der Rückrunde wurde er gestoppt. Beim 0:0 gegen Schalke wurde er kaputt getreten. Das Bittere an diesem schwarzen Tag: Es war das bis dahin beste Spiel des Ausnahmetalents.

Bis zur Ausheilung des Sprunggelenks dauerte es über zwei Monate. Am 4. April konnte ihn Leitl wieder spielen lassen. 22 Minuten beim 1:0 bei Dynamo Dresden. Danach war er beim 0:1 gegen Kaiserslautern wieder in der Startelf, jetzt auch in Braunschweig. So sollte es bis Saisonende weitergehen. Doch jetzt sitzt Eichhorn Sonnabend beim Heimspiel wieder nur auf der Tribüne des Olympiastadions. Das Profigeschäft kann so hart sein …