Es war eine magische blau-weiße Pokalnacht mit einem bitteren Ende. Hertha BSC schied nach einem dramatischen Elferkrimi mit 5:6 im Viertelfinale gegen Bundesligist SC Freiburg aus. Der Pokaltraum ist vorbei. Die Enttäuschung nach dem Giganten-Spiel ist riesig. Wie kommen die Spieler jetzt damit klar? So kämpft Hertha gegen den Hangover gegen Hannover.
Leitl streicht Mittwoch-Training
Sonnabend (13 Uhr) müssen die blau-weißen Profis schon wieder gegen den Aufstiegskonkurrenten aus Niedersachsen ran. Der Frust muss ganz schnell raus aus den Köpfen. Trainer Stefan Leitl strich deswegen das Training am Mittwoch. „Wir werden definitiv freimachen, damit die Jungs zu Hause bleiben, um mal den Kopf frei zu bekommen.“ Andere Gedanken, Kopf-Reset, um dann am Donnerstag nur noch Hannover im Blick zu haben.

Leitl fühlt mit seinen Spielern, doch er weiß auch, jetzt darf sich keiner hängen lassen. Anfang Dezember war alles noch umgekehrt. Im Achtelfinale gab es die 6:1-Pokalgala gegen Kaiserslautern. Damals gab es die überschäumenden Emotionen und danach in der Zweiten Liga eine 0:2-Heimpleite gegen den 1. FC Magdeburg.
Es lag nicht nur an den Pokalminuten, die in den Knochen und Muskeln waren. Es war auch eine Kopfsache. Zu selbstsicher, zu viel Schlendrian. Wie reif ist das Team in den vergangenen zwei Monaten geworden, kann das Mentale einfach ausgeschaltet werden?
Leitl: „Wir müssen physisch und mental regenerieren“
Leitl hofft es: „Jetzt geht es darum, die Köpfe frei zu bekommen. Ich habe schon gemerkt, dass irgendwo schon Stolz auf die Leistung da ist, aber die Enttäuschung riesig ist. Wir haben drei Tage Zeit bis zum nächsten Spiel. Deswegen müssen wir nicht nur physisch regenerieren, sondern auch mental.“

Die Profis werden am Sonnabend die Antwort geben, wie die Saison weiter verläuft. Aufholjagd fortsetzen oder der Aufstieg ist genauso futsch wie der Pokaltraum? Leitl glaubt an eine erfolgreiche Mission: „Wir haben ein großes Ziel, und wenn wir das schaffen, wie die Freiburger es alle drei Tage hinbekommen, wir es alle sieben Tage hinbekommen, mit voller Intensität und Energie zu spielen, glaube ich, haben wir auch eine realistische Chance, unseren Traum dann auch Mitte Mai zu leben.“
Klappt die Rückkehr in den Liga-Alltag?
Teamgeist ist da, Stolz ist da und die Gewissheit, dass man auch gegen ein Bundesliga-Team auf Augenhöhe mitspielen kann. Hertha war in diesem Spiel der Underdog, in der Zweiten Liga sieht das anders aus. Leitl: „Klar bin ich stolz auf die Leistung, aber es ist natürlich auch etwas anderes im Pokal. Jetzt müssen wir in den Liga-Alltag zurückkommen und es kommt darauf an, in vielen Spielen seiner Favoritenrolle gerecht zu werden.“



