Sie verließen Hertha BSC Richtung Italien. Für einen ehemaligen blau-weißen Profi scheint die Sonne in Bella Italia, für einen anderen gibt es ein Karriere-Gewitter. Traum und Albtraum nach dem Abgang aus Berlin. Lesen Sie hier die Geschichten von Marc Oliver Kempf (31) und Suat Serdar (28).
Kempf mit Como auf Platz vier
Als Marc Oliver Kempf im Sommer 2024 nach zweieinhalb Jahren bei Hertha zum aufstrebenden norditalienischen Klub Como 1907 wechselte, wagte der Verteidiger das große Abenteuer. Der Klub, finanziert von den indonesischen Milliardärsbrüdern Michael Bambang und Robert Budi Hartono, war gerade erst in die Serie A aufgestiegen.

Abstiegskampf gab es für Como im ersten Jahr nicht. Denn Trainer ist der Spanier Cesc Fabregas. Kempf ist total begeistert. Nach dem Bundesliga-Abstieg mit Hertha 2023 ist er endlich bei einem Verein, bei dem es aufwärts geht. Er schwärmt: „Fabregas hat nicht nur mich besser gemacht, er hat uns alle besser gemacht und ein Stück weit auf ein neues Niveau gehoben. Für mich ist er schon jetzt ein unglaublicher Trainer, obwohl seine Trainerkarriere gerade erst begonnen hat.“
Im Mai 2025 jubelten alle am Comer See: Starker Platz zehn für den Aufsteiger. Oft ist das zweite Jahr schwieriger. Nicht in Como! Kempf ist Stammspieler, und der Klub mischt die Serie A jetzt richtig auf. Zuletzt gab es vier Siege in Serie, darunter ein 2:0 bei Juventus Turin und vergangene Woche ein 2:1 gegen Verfolger AS Roma.
Nach 29 Spielen ist Como Tabellenvierter mit 54 Punkten – und damit auf Champions League-Kurs. Dazu nur 22 Gegentreffer, momentan ist das der zweitbeste Wert hinter AC Mailand (21). Verteidiger Kempf ist in der Form seines Lebens, und der große Traum von der Königsklasse ist greifbar.

Serdar am Knie operiert, Verona ist Tabellenletzter
Der Mittelfeldspieler Suat Serdar verließ Hertha schon ein Jahr früher, direkt nach dem Abstieg 2023, Richtung Hellas Verona. Doch in dieser Saison klappt nichts mehr. Dabei hat für Serdar alles super angefangen. Im Sommer wurde er zum Kapitän befördert. Das ist für einen Ausländer eine ganz besondere Auszeichnung in Italien.
Doch schon im Herbst fiel er wegen Knieproblemen aus. Er versuchte es danach noch einmal. Dann der Schock im Februar. Er musste am Kreuzband operiert werden. Für ihn ist die Saison gelaufen. Er muss tatenlos mit ansehen, wie Verona abstürzt.

Beim Klub in der historischen Stadt mit dem 2000 Jahre alten Amphitheater spielt sich ein epochales Drama ab. Hellas erlebt die Hölle als abgeschlagener Tabellenletzter mit nur 18 Punkten und neun Zählern Rückstand auf das rettende Ufer.



