Wutausbruch bei Gegentor

So gnadenlos wütete Hertha-Torwart Ernst nach dem dummen Gegentor

Hertha BSC verliert 0:2 gegen den 1. FC Magdeburg. Das erste Gegentor brachte Keeper Tjark zu Recht auf die Palme.

Author - Wolfgang Heise
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Hertha-Torwart Tjark Ernst brüllte seine Mitspieler nach dem 0:1-Gegentor an, weil sie bei einer Magdeburger Ecke geschlafen hatten.
Hertha-Torwart Tjark Ernst brüllte seine Mitspieler nach dem 0:1-Gegentor an, weil sie bei einer Magdeburger Ecke geschlafen hatten.City-Press

Wenn der sonst so coole Torwart Tjark Ernst (23) ausrastet, muss bei Hertha BSC etwas gewaltig schiefgelaufen sein. War es auch: Seine Vorderleute ließen sich bei der 0:2-Heimpleite gegen den 1. FC Magdeburg durch eine kurze Ecke des FCM übertölpeln, und es stand 0:1. Danach hatte Ernst seine Wutattacke.

Er schrie seine Mitspieler an, fasste sich an den Kopf, tobte wie ein Rumpelstilzchen im Fünf-Meter-Raum und schmiss danach vor Wut seine Trinkflasche auf den Boden. Der KURIER-Reporter wollte wissen: Was war sein schlimmstes Schimpfwort beim völlig verständlichen Ausraster?

Ernst: „Das weiß nicht mehr, darauf will ich nicht näher eingehen. Das sind Emotionen, die dann im Fußball hochkommen. Ich hoffe, dass man das nicht näher über die Außenmikrofone gehört hat.“

Das ARD-Mikro war bei Ernsts Wutattacke an

Da hoffte er vergeblich. In der ARD-Sportschau war beim Spielbericht zu hören, wie Ernst seine Mitspieler anschrie: „Ihr seid so doof!“ Klingt böse, beschreibt aber genau den Fakt. Herthas Profis hatten in der 74. Minute einfach mal richtig gepennt, obwohl sie wussten, dass Magdeburg oft solche kurzen Ecken spielt. Michael Cuisance und Michal Karbownik waren sich nicht einig, wen sie decken sollten. Baris Atik nahm sich die Kugel, kurze Flanke, und Alexander Nollenberger schlug eiskalt zu.

Magdeburgs Stürmer Alexander Nollenberger traf volley zum 1:0 gegen Hertha BSC, weil vorher die blau-weißen Profis bei einer Ecke nicht aufpassten.
Magdeburgs Stürmer Alexander Nollenberger traf volley zum 1:0 gegen Hertha BSC, weil vorher die blau-weißen Profis bei einer Ecke nicht aufpassten.Michael Taeger/IMAGO

Ernst ärgerte sich auch noch nach dem Abpfiff: „Wir laden den Gegner zu so einem leichten Gegentor ein. Das darf uns niemals passieren. Ich sag’ mal so: Einer Spitzenmannschaft passiert so etwas nicht. Uns ist es passiert, und das ist extrem ärgerlich. Wir sollten daran arbeiten. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.“

Tjark Ernst: „Über die FCM-Ecken hatten wir vorher geredet“

Was aber Ernst so richtig auf die Palme brachte: „Das war von vorneherein besprochen, dass Magdeburg körperlich keine so große Mannschaft ist. Das ist sehr naiv gewesen, da nicht wach zu sein. Wir wussten Bescheid, dass immer wieder so etwas kommen kann. Wir müssen da auf den Ball gucken, und das war in der Situation nicht so.“

Trainer Stefan Leitl hat da genauso wenig Verständnis für: „Das war ein Kacktor nach der Ecke. Wir hatten die Zuteilung klar besprochen.“  Da hatten zwei Spieler wohl etwas vergessen ...