Fabian Reese (28) und Hertha BSC. Status: Es ist kompliziert. Der Klub muss nach dem verpassten Aufstieg sparen, der Kader wird reduziert. Die blau-weißen Fans fragen sich: Geht der Kapitän von Bord? Der KURIER schlüsselt auf, was und wer bei der Entscheidung eine Rolle spielt.
Reese ist Mister Hertha
Kein anderer Profi hat in den letzten Jahrzehnten mit seiner Aura die Fanherzen in solch einem Turbotempo erobert. Vor drei Jahren aus Kiel gekommen ist er mit seinem Lebensstil, seiner Berlin-Liebe und seinem bisherigen Bekenntnis zum Klub sofort zu Mister Hertha geworden. Nach dem Bundesliga-Abstieg 2023 sehnten sich alle nach einem neuen Hoffnungsträger. Reese hat sie bisher perfekt erfüllt. Geschäftsführer Dr. Peter Görlich: „Fabi Reese ist die Hertha-Gallionsfigur.“

Reese hat das höchste Gehalt
Das Ganze hat für den Verein seinen Preis. Reese ist Topverdiener im Team mit rund zwei Millionen Euro Jahresgehalt und das bis 2030. Das sind Kosten, die das Budget belasten. Dr. Görlich: „Am liebsten würde ich alle Spieler behalten, aber wir haben wirtschaftliche Zwänge.“ Die Frage ist: Werden die erwarteten Verkäufe von Wunderkind Kennet Eichhorn und Torwart Tjark ausreichen oder müssen noch mehr Leistungsträger verkauft werden?
Reese wartet, wie das Team ab Sommer aussieht
Nach der enttäuschen 0:1-Heimpleite gegen Holstein Kiel sagte Reese über seine Zukunft: „Wir werden sehen, was im Sommer passiert.“ Danach gab es Fehlinterpretationen in der Öffentlichkeit. Mit dem Satz meinte er nicht, dass er nur auf ein lukratives Angebot eines Bundesligisten wartet und dann weg ist. Viel mehr ging es ihm darum, dass er abwarten will, wie der Hertha-Kader aussieht. Erst bei zu vielen Abgängen von Top-Leistungsträgern ist er auch weg, weil er dann keine Chance mehr sieht, im nächsten Jahr mit Hertha aufzusteigen.

Reese ist sportlich unverzichtbar
Der Flügelstürmer ist ein Sieggarant und er gehört zu den besten Zweitliga-Spielen. Seit 2023 machte er bisher 88 Spiele für Hertha, traf 35-mal und bereitete 30 Treffer vor. In dieser Saison liegt er nach 31 Spielen bei den Scorerpunkten der Zweiten Liga zusammen mit Karlsruhes Marvin Wanitzek mit 23 Punkten (10 Tore, 13 Vorbereitungen) auf Platz 1. Sportlich ist Reese für Hertha die Lebensversicherung und eigentlich kaum verzichtbar.
Reese hört auf seine Verlobte Jojo
Reese ist im besten Fußballeralter und hat jetzt noch die Chance, einen Karriereschritt nach oben zu machen. Doch die Vergangenheit lehrt: Reese tickt anders, als viele Profis. Für ihn sind auch andere Dinge wichtig. Den Status Quo als Fanliebling, den er bei Hertha erreicht hat, wird er bei keinem anderen Klub mehr bekommen. Dazu fühlt er sich einfach zu wohl in Berlin.



