Nach dem verpassten Aufstieg ist vor dem Ausverkauf. Hertha BSC muss Top-Spieler verkaufen, um finanziell zu überleben. Das ist die brutale Realität. Das machte Geschäftsführer Dr. Peter Görlich bei der Mitgliederversammlung am Sonntag im CityCube auf dem Messegelände schonungslos allen Herthanern deutlich. Der erste Verkauf wird nicht Wunderkind Kennet Eichhorn (16) sein, sondern Torwart Tjark Ernst (23).
Hertha-Boss Görlich kündigt an: „Es wird Abgänge geben“
Görlich hielt am Sonntagnachmittag seine Rede vor den Mitgliedern und machte nochmal deutlich, dass der Kader schrumpfen wird: „Wir werden über Transfererlöse reden müssen. Hertha wird Qualität verlieren. Wir wissen nicht, was in diesem Sommer passiert. Doch es wird Abgänge geben. Die Chance, dass wir junge Spieler auf einen langen Weg begleiten, haben wir verspielt. Wir werden monetarisieren müssen.“
Etwa zum gleichen Zeitpunkt der Oberboss-Ansprache postete Torwart Ernst auf Instagram drei Fotos von sich. Das letzte in der Bildreihe zeigt ihn gehend mit dem Rücken. Sein einziger Kommentar war das englische Wort „difficult“. Ja, es wird ein schwieriger Abgang für ihn werden.
Der Instagram-Beitrag von Hertha-Torwart Ernst
Sein Herz hängt an Hertha, doch sein Ehrgeiz sagt, dass er nach dem verpassten Aufstieg höherklassig spielen will. Der Verkauf hat seit vergangener Woche an Fahrt aufgenommen. Ernst wechselte seinen Berater und ist jetzt bei der Agentur von Ex-Bayern-Profi Christian Nerlinger (KURIER berichtete). Der SC Freiburg ist an dem 1,93-Meter-Keeper dran. Doch auch der HSV, Gladbach, Augsburg und Mainz haben Interesse. Dazu kommen noch Angebote aus England von drei Premier-League-Klubs.
Ernst hat mit seinem Instagram-Post die Gerüchteküche jetzt angeheizt und einige Fans spekulieren wegen des Wortes „difficult“, dass er auf die Insel gehen wird. Der junge Keeper ist momentan der beste Schlussmann der Zweiten Liga mit elf Spielen ohne Gegentor. Bei Hertha wurde er in seiner dritten Saison als Stammkeeper zum Sieggaranten. Sein Vertrag wurde 2024 bis 2027 verlängert, mit einer Ausstiegsklausel für den Sommer 2026 von rund fünf Millionen Euro.

Sparkurs zwingt Hertha zu Spielerverkäufen
Hertha braucht das Geld. Dafür hat auch Trainer Stefan Leitl Verständnis: „Ich würde es natürlich gerne sehen, wenn Tjark bei Hertha bleiben würde. Aber es gibt natürlich noch andere Themen, die der Verein hat.“ Der Hintergrund ist klar: Die TV-Einnahmen werden in der vierten Zweitliga-Saison in Folge noch geringer ausfallen. Dafür müssen die Transfererlöse erhöht werden.



