Kommentar

Das war ein Hertha-Sieg für Trainer Stefan Leitl

Die Spieler von Hertha BSC stoppen beim 2:1-Heimsieg gegen Nürnberg die Abwärtsspirale. Die Moral des Teams spricht für Trainer Stefan Leitl.

Author - Wolfgang Heise
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Trainer Stefan Leitl von Hertha BSC bei der Pressekonferenz nach dem 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg.
Trainer Stefan Leitl von Hertha BSC bei der Pressekonferenz nach dem 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg.City-Press GmbH Bildagentur

Der Aufstieg ist für Hertha BSC seit einer Woche, seit dieser 2:5-Blamage in Paderborn, abgehakt. Es waren für den ehrgeizigen Trainer Stefan Leitl wohl die schlimmsten Tage, seit er bei den Blau-Weißen ist. Einige stellten schon seinen Job in Frage. Doch für Leitl war das nicht von Bedeutung. Für ihn stellte sich die Frage: Kommt die Mannschaft aus dem Stimmungstief wieder heraus?

Leitl hat diese Energie-Leistung nicht erwartet

Die Spieler taten es. Dieser 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg war nicht nur eine Wiedergutmachung für die Fans. Es war viel mehr. Es war ein Sieg für den Trainer. Die Mannschaft schenkt die Restsaison nicht her, denn sie will weiter mit Leitl zusammenarbeiten. Der Wille und Trotz war da, auch wenn es kein Spiel für Fußballästheten war.

Leitl hat seine spezielle Art, sich zu bedanken. Er tat es nach dem Abpfiff: „Nach dieser Woche, das muss ich schon gestehen, hatte ich diese Leistung speziell in der ersten Halbzeit nicht erwartet. Kompliment an die Jungs, weil wir schon einen Rucksack hatten.“

Herthas Marton Dardai, Linus Gechter und Marten Winkler feiern den Doppeltorschützen Josip Brekalo.
Herthas Marton Dardai, Linus Gechter und Marten Winkler feiern den Doppeltorschützen Josip Brekalo.City-Press GmbH Bildagentur

Auch der maximale Schlag in die Magengrube, dieses 1:1 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, änderte nichts daran. Leitl: „Ich muss jetzt nicht erzählen, was das mit einer Mannschaft macht, die eine Woche zuvor so einen auf den Deckel bekommen hat. Die Reaktion war energetisch, nicht fußballerisch, nicht spielerisch, absolut top. Die Jungs haben gegen Widerstände angekämpft.“

Chemie zwischen Trainer und Spielern stimmt

Die Chemie stimmt zwischen Trainer und Spielern. Doch eine blau-weiße Wohlfühloase wird es nicht geben. Leitl will Siege sehen: „Die Tür für den Aufstieg ist zu. Ich glaube, diese Klarheit tut auch gut. Ich weiß, diese ehrlichen Worte will keiner hören. Aber wir wollen bestmöglich die Saison beenden. Platz 6 ist für mich realistisch.“ Zehn Spiele, die zeigen werden, ob nächstes Jahr ein Aufstieg möglich ist.