Nicht Kapitän Fabian Reese, nicht Torwart Tjark Ernst. Bei Hertha BSC gibt es einen anderen Mann, der seit Wochen noch mehr auftrumpft. Mittelfeldboss Paul Seguin (30) ist der große Hoffnungsträger für den Saisonendspurt. Sonnabend (13 Uhr) wird Seguin gegen Hannover 96 wieder die Strippen ziehen. Jetzt wird allen klar, warum Trainer Stefan Leitl Seguin unbedingt im Sommer von Schalke weglotsen wollte. Er macht Herthas Spiel reifer, sicherer und erfolgreicher.
Seguin zieht die Strippen bei Hertha
Der 1,86-Meter-Mann führt die Regie, und das seit dem Rückrundenstart noch cleverer. Er wird immer besser. Beim 3:0 in Elversberg war er an allen drei Toren beteiligt, beim 5:6-Pokaldrama gegen den SC Freiburg steckte er auf den 1:1-Torschützen Reese durch. Der Mann aus Stendal ist endlich in Topform.

Nach dem Verletzungspech im Sommer (komplizierte Fuß- und Wadenverletzung) legte Seguin erst Mitte Oktober los. Seitdem ist er Stammspieler, und das gesamte Team profitiert davon. Leitl: „Segu ist ein sehr erfahrener Spieler. Wenn du so lange verletzt bist und wieder reinfinden musst, brauchst du natürlich auch das eine oder andere Spiel.“
Leitl ist froh, dass Wunschspieler Seguin auftrumpft
Leitl lobt seinen Wunschspieler, und die verbesserte Spielanalage seines Teams gibt ihm recht: „Nach seiner Verletzung hat Segu von Anfang an gezeigt, warum ich ihn im Sommer unbedingt hier bei uns haben wollte. Wir hatten diesen Spielertypus in dieser Form nicht. Er ist derjenige, der strategisch vorangeht, unser Spieltempo bestimmt. Er fühlt sich unfassbar wohl hier, wurde von Anfang an richtig gut aufgenommen.“
Mit Vorschusslorbeeren kam der Denker und Lenker. Leitl: „Das kann auch mal eine Bürde sein, wenn der Trainer sich vorher so äußert zu einem Spieler. Dann sind die Erwartungen auch riesig. Deswegen bin ich froh, wie er innerhalb der Mannschaft aufgenommen wurde und wahrgenommen wird.“


