Das hatte sich Fredi Bobic (54), der gescheiterte Ex-Manager von Hertha BSC, ganz anders vorgestellt, als er im April 2025 bei Polens Rekordmeister Legia Warschau einen Vertrag als Sportchef unterschrieb. Er sollte Legia wieder zu Titeln führen, jetzt steckt er mitten im Abstiegskampf.
Vergangene Saison wurde der erfolgsverwöhnte Traditionsklub aus der polnischen Hauptstadt noch Tabellenfünfter. Das war schon für die Klub-Bosse nicht genug. Der Pokalsieg 2024/25 war da nur ein Trostpreis. In dieser Saison sollte alles besser werden. Bobic kündigte an: „Hier musst du immer abliefern, hier wird immer der Titel verlangt.“
Doch es kam alles ganz anders. Nachdem sich der Klub im Mai 2025 nicht auf eine Vertragsverlängerung mit dem portugiesischen Trainer-Shootingstar Gonçalo Feio (35) einigen konnte, suchte Bobic einen neuen Coach.
Bobic hat sich bei der Trainerwahl verzockt
Er fand den Rumänen Edward Iordanescu (47), doch nach 122 Tagen war für den schon wieder Schluss. Platz zehn nach 13 Spieltagen mit 16 Punkten. Der spanische Co-Trainer Inaki Astiz (42) sollte nur interimsmäßig übernehmen, weil Bobic mit dem nächsten Coach schon verhandelte. Mit Marek Papszun (51) war eigentlich schon alles klar, doch dessen Verein Rakow Tschenstochau hatte etwas gegen einen schnellen Wechsel.

Bobic stöhnte im Dezember: „Beide Seiten wollten dasselbe, aber dann begann der Kampf. Es dauert nun schon sechs bis sieben Wochen, um den Trainer aus seinem Verein herauszuholen. Ich hoffe, dass wir bald bekannt geben können, dass er zu Legia kommt.“ Also blieb Astiz bis zur Winterpause Chefcoach, und das ziemlich erfolglos – kein Sieg, drei Unentschieden, drei Pleiten. Legia rutschte auf den vorletzten Tabellenplatz ab.
Jetzt unterschrieb Marek Papszun doch. Seit Sonntag trainiert Legia wieder mit einem neuen Coach. Es ist die letzte Hoffnung, dass es für den Rekordmeister doch noch wieder nach oben geht – auch für Bobic. Denn auch in Polen wächst die Kritik am ehemaligen Hertha-Manager.
Seit Sonntag trainiert Coach Nummer vier bei Legia
Sie wird auch nicht leiser. Denn Legias Pokalsieger-Trainer Feio, der im Sommer ging, übernahm den Liga-Konkurrenten Radomiak Radom am 13. Spieltag, damals punktgleich mit Legia. Jetzt steht der Portugiese mit 26 Punkten auf Rang sieben, nur vier Zähler weniger als Sensations-Spitzenreiter Wisla Plock.




