Zwar wird es vielerorts blühen und sprießen, doch der Winter kann noch zurückkommen, warnen Experten. Foto: Imago/blickwinkel

Auch in Berlin dürften die Vorbereitungen für die ersten Grillabende inzwischen laufen, denn nach der sibirischen Kälte wird auch die Hauptstadt von einem plötzlichen Frühlingsanfang überrascht. Temperaturen bis zu 21 Grad soll es in Deutschland in den kommenden Tagen geben, ein rekordverdächtiger Wintermonat! „Die Rekordwerte für Februar liegen bei 24,5 Grad, gemessen am 26. Februar 1900, also vor 121 Jahren“, sagt Dominik Jung, Meteorologe bei wetter.net. Doch er warnt vor zu viel Vorfreude: Laubenpieper sollten besser nicht ausrücken, denn der Winter muss noch nicht vorbei sein…

Bis in den April ist ein spontaner Wintereinbruch mit Schnee möglich

Zwar sieht es so aus, als wäre mit der Bibber-Kälte erstmal Schluss, doch das Wetter ist und bleibt unberechenbar. Zugegeben: Im Vergleich zum eigentlichen Winterwetter könne man den Anstieg der Temperaturen schon als winterliche Hitzewelle bezeichnen. Und ein Märzwinter sei in den ersten Tagen des nächsten Monats nicht in Sicht. „Trotzdem sollten Hobbygärtner noch keine empfindlichen Pflanzen aussetzen und niemand sollte schon die Winterreifen abmontieren. Später Kaltlufteinbrüche mit Schnee bis in tiefe Lagen sind bis weit in den April hinein immer noch möglich“, sagt Jung.

Lesen Sie dazu auch: Plötzlich Frühling: So schlägt das Wetter nicht auf die Gesundheit >>

Blühen und sprießen wird es durch den plötzlichen Wettereinbruch aber dennoch, sagt er. „Die Temperaturen sind für die Jahreszeit aber deutlich zu hoch. Wir liegen mindestens acht Wochen vor der Zeit. Die Natur wird explodieren.“ Darunter werden vor allem jene leiden, die mit Heuschnupfen zu kämpfen haben. „Allergiker können sich schon mal auf eine harte Pollenbelastung einstellen. Angenehm wird das nicht werden. Spätestens ab Mittwoch gibt es in Deutschland blühende Landschaften. Sämtlich Frühblüher dürften austreiben und für ein buntes Frühlingsbild sorgen“ erklärt Jung.

Davor warnt auch Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund.. In vielen Regionen Deutschlands gebe es schon eine geringe bis mittlere Belastung durch Hasel- und Erlenpollen. Dies zeigt der Pollenflug-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Auch Birke und Esche zählten dazu, doch die Pollen sind laut DWD-Index hierzulande noch nicht unterwegs: Mit Birken- und Eschenpollen sei je nach Witterung ab Mitte bis Ende März zu rechnen, sagt Lämmel.

Lesen Sie dazu auch: Wetter extrem: Warum in Berlin mitten im Winter der Frühling kommt >>

Für Betroffene heißt der Hasel- und Erlenpollenflug: Erste Beschwerden können sich bemerkbar machen - beispielsweise eine juckende Nase, tränende Augen, Husten, Atemnot oder allergisches Asthma. Pollenallergiker sollten sich auf jeden Fall jetzt wieder ihre antiallergischen Medikamente besorgen. Allergieasthmatiker prüfen, ob ihre Sprays noch haltbar sind - und sprechen eventuell noch mal mit ihrem Arzt, ob die Einstellung ihrer Medikamente noch so passt.

Doch alles habe auch seine guten Seiten – wer angrillen möchte, hat gute Chancen. Jungs Tipp: Zwischen 13 und 16 Uhr sieht es an den ersten Frühlingstagen noch am besten aus. Am Vormittag könne es jeweils noch kühl werden, abends sinken die Temperaturen womöglich wieder rasch ab. Und nachts kann es trotz Frühling frisch werden. Jung: „Wir haben eben erst Februar und nicht Juni oder Juli.“