Für die Fahrgäste der U2 wird es langsam zur Geduldsprobe, für viele sogar zur Nervenfrage. Die Sanierung des U-Bahnhofs Senefelderplatz verzögert sich schon wieder. Und dieses Mal wird es richtig lang. Das bestätigte die BVG auf Anfrage des Tagesspiegels. Was seit Monaten wie eine Endlosbaustelle wirkt, wird nun offiziell zum Dauerprojekt mitten im Prenzlauer Berg.
Bis 2027 Bauarbeiten am Senefelderplatz
Seit März 2023 wird am Bahnhof gebaut, gehämmert und gesperrt. Der halbe Bahnsteig ist seitdem dicht. Zunächst rauschte die U2 Richtung Ruhleben komplett ohne Halt durch die Station. Wer aus Pankow in die Innenstadt wollte, musste auf die Eberswalder Straße oder den Rosa‑Luxemburg‑Platz ausweichen. Eine Zumutung, die erst im November 2025 endete. Doch kaum war diese Einschränkung vorbei, traf es die Gegenrichtung.
„Aufgrund der laufenden Sanierungsarbeiten entfällt der Halt am U-Bahnhof Senefelderplatz in Richtung Pankow nach derzeitigem Stand voraussichtlich bis zum Abschluss der Bauarbeiten“, so eine BVG‑Sprecherin. Und dieser Abschluss rückt in immer weitere Ferne. Ursprünglich sollte alles 2024 fertig sein. Dann hieß es Ende 2025. Danach Mitte 2026. Jetzt ist klar: Auch das war viel zu optimistisch.

Die BVG bestätigt nun, dass die Fertigstellung „laut aktueller Planung im ersten Halbjahr 2027 vorgesehen“ sei. Eine öffentliche Mitteilung dazu? Fehlanzeige. Lediglich in den Störungsmeldungen der BVG‑Website findet sich der Hinweis, dass der Halt Richtung Pankow bis März 2027 entfällt. Für viele Fahrgäste wirkt das wie eine heimliche Verlängerung der Dauerbaustelle.
Als Grund nennt die BVG, man lege „ein besonderes Augenmerk“ darauf, die Einschränkungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten. Für viele klingt das wie Hohn, denn die Realität sieht anders aus: Seit Anfang Januar fahren ab 22.30 Uhr zwischen Senefelderplatz und Spittelmarkt überhaupt keine U‑Bahnen mehr. Nachtschwärmer müssen in den Ersatzbus. Und das bleibt bis Ende August 2026 so.
Chaotische Straßenführung und Umwege
Doch nicht nur unter der Erde herrscht Ausnahmezustand. Auch oben drüber ist die Lage chaotisch. Die Kreuzung Schönhauser Allee/Schwedter Straße/Metzer Straße ist seit 2023 ein einziges Provisorium. Bauzäune, Umleitungen, verengte Fahrspuren. Das ist ein täglicher Hindernisparcours für Autofahrer, Radler und Fußgänger. Und auch hier heißt es, dass es mindestens bis Mitte 2027 dauern würde.
Für die Menschen im Kiez bedeutet das weitere Jahre Lärm, Stau und Umwege. Für die BVG ein Mammutprojekt, das längst zum Symbol für Berliner Bauverzögerungen geworden ist. Und für die Fahrgäste der U2 bleibt nur die Hoffnung, dass 2027 diesmal wirklich hält, was versprochen wird.


