Mehmet K. ist tot. Er galt als einer der bekanntesten kurdischen Clan‑Größen Berlins. Der Abschied von dem 62‑Jährigen wird im ganz großen Stil stattfinden. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft.
Sorge vor Machtkämpfen nach Tod von Mehmet K.
Der Tod des Berliner Clan-Bosses Mehmet K. (62) sorgt in Sicherheitskreisen für Unruhe. Der Mann, der in der Organisierten Kriminalität der Hauptstadt lange als zentrale Figur galt, ist verstorben – angeblich nach schwerer Krankheit. Nun beschäftigt die Frage seiner möglichen Nachfolge mit wachsender Sorge die Polizei. Denn mit dem Ende des einflussreichen Paten könnte ein gefährliches Machtvakuum entstehen.
Hinzu kommt ein logistischer Kraftakt: Für die bevorstehenden Trauerfeiern werden laut B.Z.-Informationen tausende Menschen erwartet. Schon am Dienstag kamen in Kreuzberg zahlreiche Angehörige und Weggefährten zu einer ersten Gedenkveranstaltung zusammen. Für die Polizei war das nur der Auftakt zu mehreren Einsätzen, die in den kommenden Tagen folgen.
Trauergebet in Neukölln – Polizei bereitet Großeinsatz vor
Am Freitag findet in der Sehitlik-Moschee in Neukölln ein großes Trauergebet statt – ein traditionell zentraler Ort für wichtige religiöse Zeremonien. Dort rechnen die Behörden mit einem erheblichen Andrang. Direkt im Anschluss soll die Beerdigung des 62-Jährigen auf dem Luisenkirchhof erfolgen. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte der Trauerzug von einem großen Autokorso begleitet werden.

Für die Sicherheitsbehörden bedeutet das: volle Alarmbereitschaft. In einschlägigen Kreisen rechnet man mit Gästen aus ganz Deutschland sowie aus dem Ausland. Ein Einsatz, der minutiöse Vorbereitung erfordert – auch, um mögliche Konflikte zwischen rivalisierenden Gruppen frühzeitig zu unterbinden.
Weitere Trauerfeier am Sonntag – und offene Fragen
Mit den Veranstaltungen am Freitag ist es nicht getan: Am Sonntag ist ein weiteres Gedenkgebet geplant. Auch hierfür bereiten sich die Einsatzkräfte vor. Dass derartige Trauerfeiern ein großes Mobilisierungspotenzial haben, wissen Polizei und Sicherheitsbehörden aus Erfahrung.
Während die Angehörigen um Mehmet K. trauern, beschäftigt die Ermittler eine andere Frage besonders: Wie wirkt sich der Tod des bekannten Clan-Paten auf die Strukturen der Organisierten Kriminalität in Berlin aus? Dass interne Revier- oder Verteilungskämpfe möglich sind, schließen Experten nicht aus.



