Panda-Junge Pit wird von den Ärzten auf die MRT-Untersuchung vorbereitet. Foto: Zoo-Berlin

Die Ursache für die Krampfanfälle von Panda-Junge Pit geben immer noch Rätsel auf. Daher musste jetzt der kleine Bären-Star aus dem Berliner Zoo in die Charité – zum Sicherheitsscheck.

Anfang März hatte das Junge von Pandamutter Meng Meng für große Aufregung gesorgt. Gleich vier kurze Krampfanfälle hatte damals das Jungtier an einem Tag. Eine sofortige Untersuchung in der FU-Tierklinik mittels Computertomografie (CT) und Ultraschall brachte keine näheren Erkenntnisse. Eine Tumorerkrankung, ein Virusinfekt oder eine bakterielle Infektion konnten nicht diagnostiziert werden.

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Obwohl es bei dem anderthalb Jahre alten Pit bisher keine weiteren Krampfattacken gab und der Panda auch sonst sehr gesund erscheint, wollte der Zoo nun auf Nummer sicher gehen.  So wurde das um die 50 Kilogramm schwere Tier am Dienstag zu einer abschließenden Magnetresonanztomographie-Untersuchung (MRT) in das Benjamin-Franklin-Krankenhaus der Charité gebracht. Für den Neuroradiologen Prof. Jochen Fiebach und seinem Team war es das erste Mal, dass in dem MRT-Gerät des von ihm geleiteten Centrum für Schlaganfallforschung ein Panda untersucht wurde.

Mit Hilfe des bildgebenden MRT-Verfahrens können exakte Schichtaufnahmen von Organen und Geweben erstellt werden. Darauf können beispielsweise Tumore, innere Verletzungen oder Ansammlungen von Wasser (Ödeme) oder Blut zu sehen sein. Bevor Pit in die „Röhre“ des Gerätes kam, wurde das Tier in Narkose versetzt, erhielt einen speziellen Ohrenschutz, der aus Verbandmaterialien gefertigt wurde. Damit bekam das Pandajunge nichts von dem lauten Krach mit, den das MRT-Gerät beim Aufnahmevorgang verursacht, der bis zu 40 Minuten dauern kann, bis alle notwendigen Bilder erstellt sind.

Während Pit noch im MRT-Gerät liegt, werden die ersten Aufnahmen von seinem Gehirn am Computerbildschirm ausgewertet. Foto: Zoo Berlin

Bei Pit wurden detaillierte Aufnahmen von seinem Gehirn gemacht. „Bei der Analyse der hochauflösenden Bilder konnten weder Anzeichen von Entzündungen oder Tumoren noch Folgen einer früheren Verletzung – wie etwa ein Sturz aus größerer Höhe – gefunden werden“, sagt Zoo-Sprecherin Katharina Sperling. Es hätten sich auch keine Hinweise auf eine Hirnblutung oder Thrombosen ergeben. „Glücklicherweise konnten keine Anzeichen für eine Erkrankung gefunden werden“, erklärt Radiologe Fiebach.

Dennoch war der Human-Mediziner überrascht, als er die Bilder von dem Pandabären betrachtete.  „So eine ausgeprägte Kiefer-Muskulatur haben wir bei unseren Untersuchungen wirklich noch nie zu sehen bekommen“, sagt er. Große Pandas können mit ihrem starken Kiefer dicke Bambusstäbe knacken, ihre Beißkraft gilt als eine der stärksten im Tierreich.

Pit hat die Narkose und die Untersuchung in der Charité-Klinik gut überstanden. „Er ist nun wieder mit seiner Familie vereint, und wir haben natürlich weiterhin ein wachsames Auge auf ihn“, sagt Zoo-Direktor Andreas Knieriem. Denn es bleibt weiterhin unklar, warum es zu den Krampfanfällen bei Pit kam. Die Ursachen könnten unterschiedlichster Art sein, ließen sich nicht immer eindeutig feststellen.