Berlin bekommt eine neue S‑Bahn, wenn auch mit neun Jahren Verspätung! Ab dem 15. Juni soll die neue Linie S15 im 10‑Minuten‑Takt zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof pendeln. Ein kurzer, aber entscheidender Lückenschluss, der laut Bahn das S‑Bahn‑Netz spürbar verändern wird.
Pendler sparen mit der S15 Fahrzeit
„Wir haben den Hauptbahnhof ans Nord-Süd-System der S-Bahn angeschlossen“, sagte Berlins Bahn-Chef Alexander Kaczmarek. Rund 40.000 Fahrgäste täglich sollen die neue Verbindung nutzen.
Die S15 hält unterwegs auch am Bahnhof Wedding und spart Pendlern vom Nordring zum Hauptbahnhof rund zehn Minuten Fahrzeit. Ein Projekt, das jahrelang geplant war, aber immer wieder ins Stocken geriet. „Es war ein Wechselbad der Gefühle“, so Kaczmarek. Mal lief der Bau, dann fehlten wieder Abnahmen. „Also es war ein kleiner Krimi.“

S15 ist Teil einer neuen Stammstrecke durch Berlin
Doch nun ist alles durch: Alle technischen Prüfungen sind abgeschlossen, alle Abnahmen erteilt. Die S15 ist startklar. Sie bildet den ersten Abschnitt der neuen S21, die einen fernen Tages Berlin einmal komplett von Norden nach Süden durchschneiden soll.
Zunächst wird die Strecke bis zum Potsdamer Platz verlängert, später weiter bis zu einem neuen S‑Bahnhof Gleisdreieck mit Anschluss an U1, U2 und U3. Fertig werden könnte das Mitte bis Ende der 2030er Jahre. Der dritte Abschnitt mit einem neuen 1,2‑Kilometer‑Tunnel reicht laut Projektleiter Holger Ludewig zeitlich bis in die Mitte der 2040er.
Aber nun startet die S15 erstmal auf der Kurzstrecke Gesundbrunnen-Hauptbahnhof. Und Berlin wäre nicht Berlin, gäbe es gleichzeitig mit dem Grund zum Feiern auch neuen Bahn-Ärger! Die gute Nachricht vorweg: Ein Tag vor der Jungfernfahrt der S15 wird am 14. Juni die ICE-Strecke nach Hamburg nach der Generalsanierung wieder befahren, es ist endlich Schluss mit dem Busersatzverkehr.
Das große Aber: Ebenfalls am Sonntag, 14. Juni, wird die Stadtbahn für Regional- und Fernzüge für ein halbes Jahr gesperrt. Bis Mitte Dezember gibt es keine Verbindungen zwischen Ostbahnhof und Charlottenburg. Fahrgäste müssen auf die S-Bahn umsteigen.


