Wittenau

Mit alles und ohne Deutsch? Döner-Chef sauer auf Jugend-Slang

Ob bei jungen Kunden oder seinem eigenen Nachwuchs: Hakan Mamout-Oglou regt auf, wie schlecht die Kinder heute Deutsch sprechen.

Author - Isabel Zimmermann
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Hakan Mamout-Oglou in seinem Fly Döner in Wittenau. Er ist genervt von der Sprache der Jugendlichen in Berlin.
Hakan Mamout-Oglou in seinem Fly Döner in Wittenau. Er ist genervt von der Sprache der Jugendlichen in Berlin.Isabel Zimmermann

Wenn Hakan Mamout-Oglou (31) seiner zwölfjährigen Tochter beim Telefonieren zuhört, kann er nur den Kopf schütteln. „Wie sie mit ihren Freunden redet, das ist überhaupt kein richtiges Deutsch. Ich geh Schule, sagt sie und meint damit, sie geht in die Schule. Da fehlen mir die Worte“, stellt der Besitzer des Imbiss Döner Fly in Wittenau fest.

Hakan Mamout-Oglou korrigiert die Döner-Bestellungen

Seinem Ärger machte er zuletzt in einem Video auf seinem Instagram-Kanal Luft. Denn er erlebt diese Sprache nicht nur zu Hause, sondern auch bei den jungen Kunden und Kundinnen seines Imbisses. „Wenn sie bei mir Döner bestellen, sagen sie ‚Ich schwöre auf meine Mutter. Ich esse scharf.‘ Dann gucken die meisten erstaunt, wenn ich frage, warum sie auf ihre Mutter schwören. Ich korrigiere sie so lange, bis sie zu mir sagen: Ich möchte bitte einen Döner mit der scharfen Soße.“

Döner-Chef wird bei der Tochter zum Deutschlehrer

Auf sein Video hat der 31-Jährige zahlreiche Nachrichten bekommen, in denen ihm vor allem Eltern zustimmen. Dabei findet er, sei es besonders die Verantwortung der Familie, den Kindern gutes Deutsch beizubringen. Er korrigiert daher immer sofort seine Tochter, sei es im direkten Gespräch oder auch im Chat bei WhatsApp. „Klar nervt sie das, aber ich will, dass sie weiß, wann man den und denn benutzt“, sagt Mamout-Oglou. „Sie meint dann, ich hätte Deutschlehrer werden sollen.“

Doch mit seinem Video macht sich der Dönerimbiss-Besitzer nicht nur Freunde. „Klar ist das ein Risiko, dass dann vielleicht Leute nicht mehr in meinen Laden kommen, weil sie keine Lust haben, korrigiert zu werden“, sagt Mamout-Oglou. Dabei meine er die Korrekturen nicht böse, vielmehr wolle er den jugendlichen Kunden und Kundinnen etwas Positives mit auf den Weg geben.

Vor allem in dem Chat mit seiner zwölfjährigen Tochter korrigiert Hakan Mamout-Oglou immer wieder ihre Schreibweise. Er will, dass sie sich die Jugendsprache gar nicht erst angewöhnt.
Vor allem in dem Chat mit seiner zwölfjährigen Tochter korrigiert Hakan Mamout-Oglou immer wieder ihre Schreibweise. Er will, dass sie sich die Jugendsprache gar nicht erst angewöhnt.Isabel Zimmermann

TikTok-Verbot für die Tochter

Denn er sei als Jugendlicher mit sehr viel Kriminalität aufgewachsen. Da habe er sich einen positiven Einfluss gewünscht. „Damals sei die Sprache auch eine andere gewesen. Jeder möchte heute ein Influencer werden und jeder hat diese Gangstersprache drauf. Es ist gar nicht schön. Das hat zu 100 Prozent mit dem Internet zu tun, nicht mit dem Migrationshintergrund“, stellt der 31-jährige Familienvater klar.

Daher darf seine Tochter auch kein Instagram oder TikTok nutzen. „Erst wenn sie erwachsen ist,  dann kann sie selbst entscheiden“, sagt Mamout-Oglou.

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