Das Hotel Müggelhort steht in Flammen. Foto: Morris Pudwell

Köpenicker werden diese Bilder in der Seele wehtun! Wieder einmal ging ein einst so beliebtes Ausflugslokal in Flammen auf. Die Feuerwehr rückte in der Nacht zu Montag zu einem Großeinsatz an den Müggelsee aus. Hier geriet am Abend der Dachstuhl eines leerstehenden Gebäudes auf einer Fläche von rund 400 Quadratmeter in Flammen..

Viele Spaziergänger und Ausflügler kennen das markante Gebäude: Es handelt sich um das idyllisch gelegene Waldrestaurant und Hotel Müggelhort zwischen Großen und Kleinem Müggelsee, das schon 1901 eröffnet wurde. Für Ausflugsdampfer hatte das Restaurant eine eigene Anlegestelle. Es lockten Tanzveranstaltungen mit Livemusik, Wintergarten, Terrasse unmittelbar am See, Hechtstübchen und Bowling-Bar. Von Friedrichshagen trieb es an sonnigen Tagen Hunderte durch den Spreetunnel hierher.

Zu DDR-Zeiten war das Haus gerade in den Sommermonaten eines der beliebtesten Restaurants am Müggelsee. Unter Birken, Kastanien und Buchen konnte man Segler und Surfer beobachten. Im Biergarten direkt am Wasser gab es Weisse mit Schuss und Eisbein oder Kaffee und Kuchen. Am Himmelfahrtstag lockten Bockwurst- und Bierkioske 3000 trinkende Herren an.

Ein Bild aus der Vergangenheit: Das Waldrestaurant Müggelhort ist am 2. Mai 2008 gut besucht. Foto: dpa/Strauss

Einst stand hier ein historisches Fachwerkhaus, der gesamte Hotelbereich mit dem markanten Spitzdach wurde im August 1996 neu errichtet und sowie 2011 renoviert. Die Gaststätte wurde dann verkauft und steht seit 2016 ungenutzt leer.

Am 07. November 2018 fand eine freiwillige Versteigerung durch das Auktionshaus Amann statt. Zuletzt war der Gebäudekomplex nur noch in der Lostplaces-Szene bekannt und beliebt. Bilder von der verlassenen, aber noch voll eingerichteten Bowlingbahn geisterten durch das Internet.

So es es auf der Bowlingbahn vor dem Brand aus.  Foto: Berliner KURIER

Jetzt dürfte alles zerstört sein. „Die Brandbekämpfung ist noch immer im Gange“, twitterte die Feuerwehr am frühen Morgen. Grund dafür seien „die schlechte Wasserversorgung und die Einsturzgefahr“. Beide Faktoren erschwerten die Arbeiten, hieß es weiter. Zur Brandbekämpfung wurden mehrere Strahlrohre und zwei Drehleitern eingesetzt. 85 Einsatzkräfte der Feuerwehr kamen zum Einsatz.

Gegen 8.30 Uhr gab es zwar keine großen Flammen mehr, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Nachlösch - und Aufräumarbeiten dauerten jedoch weiter an. Die Brandursache war zunächst unklar.

Bilder vom Tatort - von unserem Fotografen Morris Pudwell: