Herbert Köfer, Regisseur Bernd Böhlich und Hauptdarsteller Horst Krause in einer Drehpause. Foto:  privat/Heike Köfer

Ein schöneres Geschenk kann es für Herbert Köfer nicht geben. Kurz vor seinem 100. Geburtstag zeigte die ARD am Freitag den Film „Krauses Zukunft“ (20.15 Uhr), den neuen Streifen aus der Kultreihe um den Brandenburger Dorfpolizisten Horst Krause, in dem auch der künftige Jubilar mitspielt. So wie es aussieht, soll es für den ältesten aktiven Schauspieler der Welt nicht bei diesem einen Auftritt bleiben, erfuhr der KURIER bei einem Käffchen mit Regisseur Bernd Böhlich (63), dem Macher und Erfinder der TV-Kultreihe. Er will Köfer bei Krause einziehen lassen.

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Der Einzug wird schon in „Krauses Zukunft“ angedeutet: In seiner Rolle bekommt der Star im Haus des Dorfpolizisten eine neue Heimat. Die Szene könnte für Köfers Zukunft als Schauspieler Folgen haben. „Es ist der große Wunsch, dass er auch in dem nächsten Film mitspielt“, sagt Regisseur Böhlich. „Das Drehbuch ist in Arbeit, die Dreharbeiten sollen Ende des Jahres beginnen.“ Wie in „Krauses Fest“, mit dem die Reihe 2007 startete, wird in dem dann neunten Horst-Krause-Film ebenfalls eine Weihnachtsgeschichte erzählt, die Ende 2022 im Ersten gezeigt werden soll.

„Ich würde mich freuen, wenn Herbert Köfer dabei ist“, sagt Böhlich. Allerdings müsse man berücksichtigen, dass der Schauspieler auch noch Pläne für eigene Projekte und Lesungen hat.

Auf ein Käffchen hat sich Regisseur Bernd Böhlich  mit KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke getroffen.
Foto: Volkmar Otto

Für den bald 100 Jahre alten Star ist der Krause-Film, der jetzt gezeigt wird, eine der ersten Fernseharbeiten nach vier Jahren Drehpause. Darin spielt Köfer, der vor allem wegen seines komödiantischen Spiels beliebt ist, nach langer Zeit wieder eine ernste Rolle. Er verkörpert in dem Film ebenfalls einen fast Hundertjährigen, der in einem brandenburgischen Dorf verzweifelt gegen den Abriss seines Hauses kämpft. Es soll einem Braunkohletagebau weichen. Schauspieler Horst Krause (79) versucht in seiner gleichnamigen Rolle als Ex-Dorfpolizist, dies zu verhindern. Höhepunkt ist ein sehr berührender Dialog zwischen den Männern über Heimat, wie Menschen die Natur zerstören und wie drastisch dadurch das eigene Leben verändert wird. Das Gespräch sorgt dafür, dass Krause für die Bewohner des fiktiven Film-Dorfes Schönhorst eine wichtige Entscheidung trifft.

Herbert Köfer als Hundertjähriger in der Filmkulisse: „Krauses Zukunft“ wird am 5. Februar in der ARD gezeigt. Foto: privat/Heike Köfer

„Für mich stand von Anfang an fest, dass es keinen Besseren als Herbert Köfer für diese starke Schlüsselszene geben kann“, sagt Regisseur Böhlich. Der zweifache Grimme-Preisträger hatte bereits für den Kinofilm „Bis zum Horizont, dann links!“ (2011) mit dem Volkschauspieler zusammen gearbeitet. „Ich war froh, dass er zusagte, als ich bei ihm anrief.“

Szene aus dem neuen Horst-Krause-Film: Herbert Köfer mit seiner Filmtochter, gespielt von Manon Straché. Foto: RBB/ARD Degeto/Arnim Thomaß

Am 11. September 2020, genau an dem Tag, als Köfer sein 80. Bühnenjubiläum feierte, starteten die Dreharbeiten, die insgesamt vier Tage dauerten. „Es war traumhaft, mit ihm zu arbeiten“, sagt der Regisseur. „Für mich gehört Köfer zu den großen Darstellern. Als wir die Schlüsselszene drehten, war es am Set mucksmäuschenstill. Jeder war berührt von Köfers Darstellung eines verzweifelten alten Mannes, dem man die Zukunft nehmen will.“

Bleibt zu hoffen, dass Köfer auch beim nächsten Film dabei ist und die Krause-Reihe auch künftig im ARD-Programm einen festen Platz hat. Gegenwärtig gebe es keine Entscheidung, dies zu ändern, heißt es vom produzierenden RBB.