Protest am frühen Freitagmorgen bei Rheinmetall: Aktivisten haben die Einfahrt zur Fabrik des Rüstungskonzerns in der Scheringstraße blockiert. Mehrere Personen klebten sich auf dem Boden und an einem Zaun fest. Die Polizei rückte mit einem größeren Aufgebot an – der Einsatz verlief friedlich.
Friedlicher Protest gegen Waffenexporte
Nach Polizeiangaben klebten sich gegen 8 Uhr sieben Personen vor der Einfahrt und am Zaun des Geländes fest. Der Protest richtet sich mit Äußerungen wie „Nein zu der anhaltenden Unterstützung Deutschlands zu Israel“ und „Free Palestine!“ vor allem gegen deutsche Waffenexporte. Parolen wie „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“ und „Rheinmetall raus aus Berlin“ waren laut Berliner Morgenpost ebenfalls zu hören.
Die Aktivisten veröffentlichten unter dem Namen „Peacefully against Genocide“ mehrere Videos der Aktion auf Instagram. Dort rief die Gruppe zudem bereits vor zwei Tagen zu einem weiteren Protest unter dem Motto „Kiez‑Rise‑up“ für Samstag (11. April) in der Scheringstraße auf.
Die Polizei war mit rund 30 Kräften vor Ort, sperrte den Bereich weiträumig ab und verhinderte weitere Aktionen. Die festgeklebten Personen wurden vom Gehweg und Zaun gelöst. Im Anschluss stellte die Polizei die Identitäten aller Beteiligten fest, danach konnten sie gehen. Festnahmen gab es nicht, aber es werde „unter anderem wegen Hausfriedensbruchs, Nötigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt“.
Wiederholte Proteste bei Rheinmetall
Es ist nicht der erste Protest an dem Standort. Bereits Ende März hatten Aktivisten derselben Gruppe das Firmengelände betreten, waren auf das Dach der Fabrik geklettert und hatten dort eine pro‑palästinensische Flagge gehisst. Zudem schütteten sie rote Farbe gegen die Hauswand.

Die Klebeaktion am Freitag erinnert an Protestformen der früheren Letzten Generation, die diese Methode ab 2022 bekannt gemacht hatte. Deren Nachfolgeorganisation „Neue Generation“ hatte allerdings angekündigt, künftig auf solche Aktionen verzichten zu wollen.


