In Teschendorf, einem kleinen Ort nördlich von Berlin, sorgt ein neues Lebensmittelgeschäft für Aufsehen. Emmas Kaufhalle ist ein Pilotprojekt, das in einem entvölkerten Landstrich eine Lösung für fehlende Einkaufsmöglichkeiten bietet.
Seit drei Monaten ist der vollautomatische Supermarkt rund um die Uhr geöffnet – ein Konzept, das bereits jetzt die Erwartungen übertroffen hat.
Mehr als 5000 Einkäufe wurden in den ersten Wochen verzeichnet. Das Besondere: Das Geschäft funktioniert völlig ohne Personal im Verkauf.
Kunden wählen ihre Produkte über ein Display aus, bezahlen mit der Karte, und ein Förderband liefert die bestellten Waren. Nur für das Auffüllen der Regale hinter den Wänden sorgen noch Menschen.

Das Sortiment bietet alles für den täglichen Bedarf – von Joghurt bis Waschmittel, von Fleisch bis Zigaretten. Allerdings gibt es pro Produktkategorie nur eine Marke, statt der üblichen Auswahl wie in einem normalen Supermarkt. Neu sind auch regionale Produkte von umliegenden Bauernhöfen, die dank der großen Nachfrage nun regelmäßig geliefert werden.
Idee für Emmas Kaufhalle entstand bei einem Grillabend
Hinter dem Projekt stehen Susanne Scheuermann und Christian Lambeck. Beide haben beruflich Erfahrung in verschiedenen Branchen, Susanne im Lebensmittelgroßhandel und Christian in der Gebäudereinigung.
Die Idee entstand spontan an einem Sonntagnachmittag, als sie bei einem Grillabend über die mangelnden Einkaufsmöglichkeiten auf dem Land diskutierten. Schnell war klar: Ein vollautomatischer Supermarkt könnte das Problem lösen.

Obwohl das Geschäft noch nicht profitabel ist – rund 200.000 Euro wurden investiert – gibt es bereits Expansionspläne. Eine zweite Filiale in Sommerfeld soll im Frühjahr eröffnen. Auch Bürgermeister und Ortsvorsteher anderer kleiner Gemeinden haben Interesse angemeldet.
Der vollautomatische Supermarkt hat jedenfalls die Erwartungen ihrer Betreiber bereits übertroffen. „Es läuft super“, sagt Susanne Scheuermann. Die Einwohner von Teschendorf, wo der letzte Supermarkt vor 13 Jahren schloss, haben das Konzept gut angenommen.
Auch ältere Menschen nutzen Emmas Kaufhalle regelmäßig
Vor allem ältere Menschen nutzen die Kaufhalle regelmäßig und freuen sich über die Möglichkeit, wieder selbst einkaufen zu können, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein.

Sogar eine App, die den Einkauf noch komfortabler macht, wird von den älteren Kunden gerne genutzt. Die Betreiber sehen das als klaren Beweis dafür, dass auch Ältere offen für digitale Lösungen sind.
Emmas Kaufhalle könnte eine Blaupause für andere Gemeinden sein. Automatisierte Supermärkte, wie sie auch in Norddeutschland bereits verbreitet sind, bieten eine echte Alternative in Regionen, die sonst von der Nahversorgung abgeschnitten wären.



