Dramatischer Feuerwehreinsatz am Dienstagabend in Steglitz. In der Schildhornstraße nahe der Schloßstraße brannte im Erdgeschoss eines sechsgeschossigen Mehrfamilienhauses die Elektrohauptverteilung – und das mit voller Wucht.
Gefährliche Flammen fressen sich durch Wohnhaus
Die Berliner Feuerwehr berichtet: Die Flammen fraßen sich in den Treppenraum, der im Bereich des Erdgeschosses im Vollbrand stand. Dicker Rauch zog rasch nach oben und hüllte nicht nur das gesamte Treppenhaus bis ins oberste Geschoss ein, sondern drang auch in mehrere Wohnungen.
Weil schnell klar wurde, dass hier nicht nur ein kleiner Schwelbrand vorlag, erhöhten die ersten Einsatzkräfte sofort die Alarmstufe. Zusätzlich wurde ein sogenanntes „MANV-Modul“ angefordert – eine Einheit für Situationen mit einem möglichen „Massenanfall an Verletzten“. Die Feuerwehr rechnete früh mit zahlreichen betroffenen Hausbewohnern, darunter auch Familien mit Kindern.

Über den verrauchten Treppenraum und eine Hofdurchfahrt, in deren Wand die brennende Elektroverteilung eingebaut war, kämpfte sich die Feuerwehr mit zwei Löschrohren zum Brandherd vor. Durch das schnelle und konzentrierte Eingreifen gelang es, das Übergreifen der Flammen auf weitere Stockwerke zu verhindern. Trotzdem entstand ein erheblicher Rauchschaden im gesamten Treppenraum sowie in einzelnen Wohnungen.
40 Hausbewohner betroffen, elf Verletzte
In einer groß angelegten Rettungsaktion brachten die Einsatzkräfte insgesamt 27 Bewohnerinnen und Bewohner – darunter auch Kinder – mit Brandfluchthauben in Sicherheit. Einige Wohnungen mussten gewaltsam geöffnet werden, um sicherzustellen, dass niemand zurückgeblieben war. Mit zwei Drucklüftern und einer Querbelüftung wurde die massive Verrauchung beseitigt. Ein vorsorglich im Hinterhof aufgebautes Sprungpolster kam glücklicherweise nicht zum Einsatz.

Rund 40 Hausbewohner mussten vor Ort medizinisch und organisatorisch betreut werden. Ein BVG-Linienbus wurde kurzerhand zum Havarie-Bus umfunktioniert, um die Menschen warm und geschützt unterzubringen. Rettungskräfte sichteten alle Betroffenen in einzelnen Rettungswagen.
Das Ergebnis: elf Leichtverletzte, von denen vier ins Krankenhaus gebracht wurden. Die übrigen sieben konnten nach ambulanter Behandlung vor Ort bleiben. Die medizinische Einsatzleitung übernahmen ein leitender Notarzt und ein organisatorischer Leiter Rettungsdienst.
Feuer hatte Stromabschaltung in Steglitz zur Folge
Der Energieversorger trennte das Gebäude komplett vom Stromnetz, betroffen waren auch zwei Nachbarhäuser. Wegen der Brandschäden und des stark beschädigten Treppenraums ist das betroffene Haus aktuell nicht bewohnbar. Für die Menschen, die nicht bei Freunden, Familie oder Bekannten unterkommen konnten, organisierte das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz eine Notunterbringung.



