Brandenburg-Die Bauern sind zurück und lassen sich auch von der klirrenden Kälte nicht aufhalten! Landwirt-Proteste am Donnerstag werden etliche Pendler in der Hauptstadtregion beeinträchtigen.
Erhebliche Einschränkungen für Pendler
Autofahrer müssen sich am Donnerstag in Brandenburg auf erhebliche Behinderungen einstellen! Die Autobahn GmbH berichtet: Landwirte wollen am Morgen mit ihren Traktoren und Co. mehrere Auffahrten zur A11 und A24 in Brandenburg blockieren. Betroffen sind unter anderem die Anschlussstellen Kremmen, Putlitz, Bernau und Schmölln bei Penkun.

Die Polizei rechnet mit Verzögerungen bis in den späten Nachmittag, teilweise sogar bis 20 Uhr. Auch auf der A14, A19, A20 und Abschnitten der A10 kann es zu Staus kommen. Verkehrsteilnehmer sollten mehr Zeit einplanen und nach Möglichkeit Umfahrungen nutzen.
- Kritzow, Jesendorf, Schwerin Nord, Ludwigslust an der A14
- Gallin, Parchim, Meyenburg, Pritzwalk, Herzsprung, Neuruppin, Kremmen an der A24
- Kessin, Kavelstorf, Glasewitz, Güstrow, Linstow, Röbel, Wittstock an der A19
- Penkun, Schmölln, Gramzow, Pfingstberg, Finowfurt, Bernau-Süd an der A11
- Oberkrämer an der A10
- Schönberg, Grevesmühlen, Bobitz, Neukloster, Bad Doberan, Sanitz, Tessin, Bad Sülze, Tribsees, Grimmen West, Gützkow, Jarmen, Anklam, Altentreptow, Neubrandenburg Nord, Neubrandenburg Ost, Friedland, Strasburg, Pasewalk Nord, Prenzlau-Ost an der A20
Die Polizei ist mit zahlreichen Kräften im Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten und den Verkehr zu lenken. Dennoch sind längere Wartezeiten unvermeidlich. Die Protestaktionen erinnern an die großen Bauernproteste von 2024 – diesmal jedoch konzentriert auf Autobahnauffahrten.
Warum die Landwirte protestieren
Auslöser der Blockaden ist das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten. Die Vereinbarung soll noch im Januar unterzeichnet werden. Viele Landwirte sehen darin eine massive Bedrohung für ihre Existenz.
Sie befürchten, dass Fleisch und Zucker aus Südamerika unter deutlich niedrigeren Produktionsstandards auf den europäischen Markt gelangen – und damit heimische Betriebe unter Druck setzen.

Während europäische Bauern strenge Vorgaben zu Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz erfüllen müssen, gelten diese Regeln für Importe nicht in gleichem Maße. „Importe müssen denselben Anforderungen genügen wie die EU-Produktion“, fordert der Bauernbund Brandenburg. Für viele Landwirte ist das Mercosur-Abkommen daher ein Symbol für unfaire Wettbewerbsbedingungen.
Wer hinter den Aktionen steht
Organisiert werden die Proteste von „Land schafft Verbindung Mecklenburg-Vorpommern“ und dem Bauernbund Brandenburg. Der Landesbauernverband Brandenburg distanziert sich von den Blockaden, unterstützt aber die Forderung nach fairen Handelsbedingungen.

Die Aktionen sind Teil einer europaweiten Bewegung: Bereits im Dezember hatten Bauern in Frankreich demonstriert. Nun setzen auch deutsche Landwirte ein deutliches Zeichen – sichtbar auf den Autobahnen Brandenburgs.


