Anderswo ist es günstig

Mieten-Analyse: Tschüss Berlin, hallo Chemnitz

Warum Berlin im Vergleich zu vielen Ostdeutschen Großstädten besonders teuer bleibt - und wo die Mieten noch bezahlbar sind.

Author - Stefanie Hildebrandt
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In Chemnitz sind die Mieten deutlich erschwinglicher als in Berlin.
In Chemnitz sind die Mieten deutlich erschwinglicher als in Berlin.dpa

Eine neue Auswertung des Immobilienportals ImmoScout24 zeigt, wie groß die Mietpreisunterschiede zwischen deutschen Großstädten inzwischen geworden sind – und macht einmal mehr deutlich, wie weit Berlin von den günstigen Regionen entfernt ist.

Wohnen unter 10 Euro pro Quadratmeter

Während in vielen Städten die Angebotsmieten für Bestandswohnungen unter 10 Euro pro Quadratmeter bleiben, hat die Hauptstadt dieses Niveau längst hinter sich gelassen. 

Die ImmoScout24-Daten beziehen sich auf das erste Quartal 2026 und zeigen: 37 von 71 kreisfreien Großstädten liegen bei den Angebotsmieten für Bestandswohnungen unter 10 Euro pro Quadratmeter. Berlin gehört – wenig überraschend – nicht dazu.

Wohnen in Berlin bleibt teuer

Während bundesweit im Schnitt 9,00 Euro/m² fällig werden, liegen die acht deutschen Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf und Leipzig im Durchschnitt bei 13,95 Euro/m². Berlin bewegt sich klar in diesem oberen Segment. Damit ist Wohnen in der Hauptstadt rund 50 Prozent teurer als in vielen Städten, die in der Analyse untersucht wurden.

Liste mit Mietpreisen unterschiedlichen Städten.
Liste mit Mietpreisen unterschiedlichen Städten.Immoscout

Für Berliner, die seit Jahren mit steigenden Mieten kämpfen, ist das keine neue Erkenntnis – aber die Zahlen zeigen, wie extrem die Schere inzwischen auseinandergeht.

Wo Wohnen noch günstig ist

Besonders drastisch wird der Vergleich, wenn man auf die günstigsten Städte schaut: In Chemnitz bezahlt man für Bestandswohnungen beispielsweise nur 6,27 €/m², in Salzgitter 7,15 €/m², in Magdeburg 7,39 €. Eine 70‑Quadratmeter‑Wohnung kostet in Chemnitz rechnerisch 439 Euro Kaltmiete. In Berlin liegt eine vergleichbare Wohnung – je nach Bezirk – oft beim Doppelten bis Dreifachen.

Berlin ist längst nicht mehr nur teuer im Vergleich zu NRW oder Ostdeutschland – die Hauptstadt ist ein Hochpreisstandort im bundesweiten Vergleich.

Leipzig als Sonderfall: Metropole unter 9 Euro

Interessant ist, dass Leipzig, offiziell als Metropole eingestuft, mit 8,90 Euro/m² sogar unter der 10‑Euro‑Marke liegt,  deutlich unter Berlin. In nur einer Stunde ist man von Berlin aus mit der Bahn in der Stadt mit Großstadtflair – und mit bezahlbaren Mieten.

Das Logo der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH.
Das Logo der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH.Jan Woitas/dpa

Berlin leidet an vielen Faktoren: hohe Nachfrage, begrenzter Wohnraum, starke Zuzüge, schleppender Neubau. Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, betont: „Während die Mietmärkte in den Metropolen angespannt bleiben, gibt es in Deutschland weiterhin zahlreiche kreisfreie Großstädte mit vergleichsweise moderaten Angebotsmieten.“

Der Druck auf den Berliner Wohnungsmarkt bleibt hoch. Solange der  Neubau hinterherhinkt und der Zuzug stark bleibt, wird sich daran wenig ändern. Das hat zur Folge, dass viele Städte mit Mieten für Bestandswohnungen unter 10 Euro/m² zunehmend auch für Berliner attraktiv werden.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Würden Sie wegen der Mietpreise und der Wohnungsknappheit in eine andere Stadt ziehen? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com