Die Senatsschulverwaltung hat zum ersten Mal eine Übersicht über Infektionsfälle an Berliner Schulen erstellt: An 37 allgemeinbildenden Schulen in Berlin befinden sich derzeit zumeist kleine Teile der Schülerschaft, des Schulpersonals oder aus beiden Gruppen in Quarantäne, weil innerhalb der Schulgemeinschaft jemand am Coronavirus erkrankt ist. Die Auflistung, die der Berliner Zeitung exklusiv vorliegt, umfasst die allgemeinbildenden Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft. Für die Berufsschulen gibt es bislang noch keine offiziellen Zahlen, hier sind bisher zwei Fälle öffentlich bekannt. In der Statistik fehlen auch die Karl-Weise-Grundschule in Neukölln und das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Treptow-Köpenick, weil dort niemand mehr in Quarantäne ist.

Die Aufstellung basiert auf den Meldungen, die bis Donnerstag 15 Uhr bei der Schulaufsicht eingegangen sind. Sie zeigt folgendes Bild: Corona-Fälle sind in Berlin in der zweiten Woche nach Schulbetrieb noch keine Gefährdung für den Vollbetrieb. In den meisten Fällen ist pro Einrichtung nur ein Schüler, eine Erzieherin oder eine Lehrkraft infiziert, bisher gibt es keine bestätigten Fälle von Ansteckungen innerhalb einer Schule. Die meisten Fälle haben Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf, Mitte und der Bezirk Spandau zu verzeichnen, mit jeweils sieben, sechs, fünf und fünf betroffenen Schulen. Marzahn-Hellersdorf und Pankow, der Bezirk mit den meisten allgemeinbildenden Schulen, melden hingegen noch gar keine Corona-Fälle an den allgemeinbildenden Schulen – in Pankow ist mit der Max-Bill-Schule allerdings eine Berufsschule betroffen.

An 37 allgemeinbildenden Schulen in Berlin wurden Infektionsfälle festgestellt. Ansteckungen innerhalb von Schulen gab es noch keine. Grafik: Berliner Kurier / Sabine Hecher

Die Aufstellung basiert auf den Meldungen, die bis Donnerstag 15 Uhr bei der Schulaufsicht eingegangen sind. Sie zeigt folgendes Bild: Corona-Fälle sind in Berlin in der zweiten Woche nach Schulbetrieb noch keine Gefährdung für den Vollbetrieb. In den meisten Fällen ist pro Einrichtung nur ein Schüler, eine Erzieherin oder eine Lehrkraft infiziert, bisher gibt es keine bestätigten Fälle von Ansteckungen innerhalb einer Schule. Die meisten Fälle haben Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf, Mitte und der Bezirk Spandau zu verzeichnen, mit jeweils sieben, sechs, fünf und fünf betroffenen Schulen. Marzahn-Hellersdorf und Pankow, der Bezirk mit den meisten allgemeinbildenden Schulen, melden hingegen noch gar keine Corona-Fälle an den allgemeinbildenden Schulen – in Pankow ist mit der Max-Bill-Schule allerdings eine Berufsschule betroffen.

Was die Schulform betrifft, scheint keine besonders „anfällig“ zu sein, wie das Beispiel Spandau zeigt: Dort gab es nach dem Informationsstand der Senatsschulverwaltung jeweils einen Infektionsfall an einer Grundschule, einer Integrierten Sekundarschule, an zwei öffentlichen sowie einem privaten Gymnasium. Charlottenburg-Wilmersdorf meldete die bisher einzige Förderschule, dort hat sich ein Schüler infiziert. Nach Auskunft des zuständigen Gesundheitsstadtrats Detlef Wagner (CDU) handelt es sich um die Ernst-Adolf-Eschke-Schule für Gehörlose.

Hunderte derzeit in Quarantäne

Mit 37 von insgesamt 825 sind derzeit also nur rund 4,5 Prozent der Berliner allgemeinbildenden Schulen betroffen. Die Auswirkungen allerdings können beträchtlich sein, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Verdachtsfälle in dieser Aufzählung nicht enthalten sind – und was ein einziger Fall auslösen kann. Dutzende Lehrkräfte und Hunderte Schüler sind berlinweit derzeit in Quarantäne. Die Namen der Schulen will die Bildungsverwaltung nicht verraten: „Zunächst soll die Schulöffentlichkeit in Elternbriefen informiert werden, bevor sie es aus den Medien erfährt“, sagte ein Sprecher. Außerdem sollten einzelne Schulen nicht stigmatisiert werden. Die meisten Namen sind allerdings schon bekannt.

Bisher hatte die Behörde noch nie eine Übersicht zu Infektionsfällen an Schulen veröffentlicht. In Zukunft soll sich das aber ändern: „Derzeit wird eine neues Aufbereitungsverfahren entwickelt, so dass dann wöchentliche Meldungen an die Bezirke erfolgen“, sagte der Sprecher. Neukölln hatte bereits angekündigt, mindestens einmal pro Woche eine „Wasserstandsmeldung“ zu den Schulen im Bezirk zu veröffentlichen – die erste gibt es bereits.

Für SPD-Schulsenatorin Sandra Scheeres ist aus den Zahlen zu erkennen, „dass die Schulen selbst kein Hotspot sind“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit denen sie in Kontakt sei, hätten darauf bereits hingewiesen. „Infektionen werden in aller Regel von außen in die Schulen getragen“, sagte Scheeres. Doch was passiert, wenn sich das ändern sollte? Wo ist die rote Linie für den Regelschulbetrieb? Genaue Richtlinien gibt es dafür derzeit noch nicht. Erarbeiten soll sie eine Untergruppe des neuen „Hygienebeirats“, die sich ab kommenden Montag mit der Erarbeitung eines Stufenplans für das Berliner Schulsystem beschäftigen wird. Ihr gehört unter anderem der Charité-Professor Frank Mockenhaupt an, der die Berliner Teststrategie verantwortet.

Was die Kitas betrifft, gibt die Senatsschulverwaltung auf Anfrage schon seit längerer Zeit Überblickszahlen heraus: Am Donnerstag gab es laut einer Sprecherin an sieben der rund 2700 Berliner Kitas „Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“. In einem Fall sei die Einrichtung vorübergehend geschlossen, in den anderen Fällen Gruppen oder einzelne Kontaktpersonen in Quarantäne.

Bald mehr Testmöglichkeiten für Schul- und Kitapersonal

Ausbrüche verhindern sollen unter anderem Tests für Schul- und Kitapersonal: An fünf verschiedenen Stellen gibt es kostenlose Corona-Tests für alle, die in den Bildungseinrichtungen der Stadt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – sofern sie noch keine Symptome spüren. Dort einen Termin zu bekommen ist jedoch gar nicht so einfach, seit einigen Tagen werden Klagen über wochenlange Wartezeiten nach der Anmeldung laut. Und auch über die schlechte Erreichbarkeit: Mit dem Vivantes-Klinikum Prenzlauer Berg liegt etwa nur eine der Teststellen in einem Ostbezirk. „Öffnungszeiten 13 bis 16 Uhr, da sind Lehrer eigentlich noch in der Schule. Und die von weiter weg schaffen es gar nicht“, beschwert sich eine Lehrerin, die in Köpenick arbeitet.

Der Grund für die eingeschränkten Öffnungszeiten ist, dass die Kliniken symptomlose Menschen strikt trennen müssen von denen, die schon Symptome haben – wer den Verdacht hat, schon krank zu sein, muss sich deshalb auch an sein bezirkliches Gesundheitsamt oder eine andere Teststelle wenden. In der Senatskanzlei für Wissenschaft, die das Angebot mit den Kliniken koordiniert, ist das Problem der Terminknappheit aber bekannt: „Die Erweiterung des Angebots ist in Vorbereitung“, sagte Sprecher Matthias Kuder der Berliner Zeitung am Donnerstag. Dabei wolle man auch auf eine bessere geografische Verteilung der Teststellen achten.

Kuder mahnte aber auch zu mehr Rücksichtnahme: Wer sich online angemeldet habe, aber nicht kommen könne, möge sich rechtzeitig wieder abmelden. „Zuletzt lag die Rate an gebuchten, aber nicht wahrgenommenen Terminen bei 25 Prozent“, sagte Kuder. Eine sinnvolle Nutzung der verfügbaren Termine sei auch deshalb wichtig, weil die Testkapazitäten nicht unendlich sind: „Die Pandemieentwicklung und das steigende Testungsaufkommen können immer auch Auswirkungen haben auf die Testangebote für Menschen ohne Symptome und ohne bestätigten Kontakt zu positiv getesteten Personen“, sagte Kuder. Bislang sind die Ergebnisse aber ermutigend: Laut der Senatskanzlei für Wissenschaft wurden im Rahmen des Screenings bisher 2605 Tests an Kita- und Schulpersonal durchgeführt. Mit dem Coronavirus infiziert waren davon nur fünf Menschen – das sind 0,2 Prozent.