Die Eishockey-Legende Dieter Frenzel hat zu Ostzeiten alles erreicht und mit dem SC Dynamo Berlin zwölfmal die DDR-Meisterschaft gewonnen. Nach seinem Wechsel 1989 zum westdeutschen Verein EC Ratingen aber musste er sich teils wüste Beschimpfungen anhören.
Vereine hatte Frenzel „auf dem Kieker“
„In einigen Gegenden wie an der Nordsee, Bad Nauheim und Mannheim, wo ich mit dem EC Ratingen spielte, hatten sie mich auf dem Kieker, weil ich nun mal ein guter Spieler war und viele Tore geschossen hatte“, sagte der ehemalige Verteidiger in einem Interview mit RBB24.
Frenzel prägt das Eishockey in der DDR
Von den Zuschauern sei er sogar als „Stasi-Schwein“ bezeichnet worden. „Das war teilweise übel. Aber ich habe keine Stasi-Vergangenheit, daher hat es mir auch nicht viel ausgemacht“, sagte der 70-Jährige weiter.
Frenzel hatte den Eishockeysport in der DDR geprägt. Mit Dynamo Berlin (heute Eisbären Berlin) spielte er 17 Jahre lang in der kleinsten Liga der Welt. Von 1970 bis 1990 spielten nur Dynamo Weißwasser und die Berliner gegeneinander und ermittelten den DDR-Meister.

Duell Dresden gegen Berlin steht bevor
Am Mittwoch nun treten in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) die Dresdner Eislöwen und die Eisbären Berlin gegeneinander an. Während Neuling Dresden als Absteiger bereits feststeht, kämpft Meister Berlin noch um die direkte Teilnahme an den Play-offs.
Trotz seiner langen Vergangenheit in Berlin schlägt sein Herz aber für die Sachsen. „Ich wünsche beiden Mannschaften, dass sie gute Spiele machen. Aber durch die vergangenen 20 Jahre in der Region bin ich doch mehr zum Dresdner geworden“, sagte Frenzel, der nach seiner Spieler- und Trainerkarriere einen Schuhladen in Dresden eröffnet hat.
Die Region um Weißwasser herum, sprich: die Lausitz, hatte eine riesige Eishockeytradition und fühlte sich immer ein bisschen vernachlässigt von der Hauptstadt.
Große Rivalität zwischen Berlin und Sachsen im Eishockey
Die Rivalität im Eishockey zwischen Berlin und Sachsen ist noch immer groß, auch wenn Frenzel die Eislöwen noch „ein paar Jahrzehnte“ hinter den Eisbären sieht. „Die Region um Weißwasser herum, sprich: die Lausitz, hatte eine riesige Eishockeytradition und fühlte sich immer ein bisschen vernachlässigt von der Hauptstadt“, erzählte Frenzel.
Und weiter: „Ich selbst war wohl irgendwie ein rotes Tuch für die Leute in der Region. Aber wenn es auch in einem Freiluftstadion war: Vor 11.000 Zuschauern zu spielen, das waren schon Gänsehautmomente.“
Eisbären Berlin haben viel Pech in dieser Saison
Aufgrund von vielen Verletzungen schätzt Frenzel die Saison der Berliner als schwierig ein. „Vielleicht ist es möglich, über die Qualifikation in die Playoffs zu kommen und sich dort wieder zu fangen“, sagte die DDR-Eishockey-Legende. „Sie hatten viel Pech dieses Jahr und haben nie das Niveau des vergangenen Jahres geschafft.“


