Grinsen weiter in der Bundesliga. Die Profis von Union Berlin.  Foto: Imago Images

Schmeißt die Rechenschieber weg. Kloppt den Abacus in die Tonne. Es ist vollbracht. Kein Rechnen mehr nötig. Mit dem 1:0 (1:0) gegen den damit als Absteiger endgültig feststehenden SC Paderborn sichert sich der 1. FC Union ein zweites Jahr Bundesliga. Getreu dem Motto der eisernen Fans: Wir haben noch lange nicht genug.

Es sollte ja mal so etwas wie ein Urlaub sein. Gerne mit Nachbuchoption, wenn möglich. Doch für die Eisernen gilt nach dieser sensationellen Saison: Gekommen, um zu bleiben. Zu keiner Zeit konnte sich das Abstiegsgespenst – diesmal übrigens misslauniger Vorwortschreiber im Programmheft – in der Alten Försterei wirklich einnisten. Stimmte es arg verdrießlich. Lediglich am ersten Spieltag hatten die Köpenicker die Rote Laterne tragen müssen, am siebten waren sie noch mal auf den Relegationsrang gerutscht. Ansonsten immer über dem Strich und nun vorzeitig gerettet.

Da hätte es nicht mal Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus als Glücksbringer bedurft. Im DFL-Bereich haben die Köpenicker unter ihrer Leitung noch nie ein Heimspiel verloren. Von Beginn an gingen die Hausherren konzentriert zur Sache, zeigten von der ersten Minute an, dass sie die Rettung aus eigener Kraft auf dem Feld suchten und nicht womöglich auf der Couch das Ergebnis von Düsseldorf in Leipzig am Mittwoch abwarten wollten. Waren ja auch alle Kicker im Stadion, um der historischen Mission beizuwohnen. Die gelockerten Corona-Regelungen der DFL machten es möglich.

Der Führungstreffer für die drückend Überlegenen Köpenicker kam dann mit gütiger Mithilfe eines Paderborners zustande. Einen Freistoß von Christopher Trimmel setzte Ben Zollinski – bedrängt von Keven Schlotterbeck – ins eigene Netz (27.). Hochverdient. Zuvor waren schon Sebastian Andersson (2.), Ken Reichel per Doppelversuch (14.) und Marius Bülter (24.) knapp gescheitert. Letztere touchiert mit einem Kopfball den Außenpfosten, aber der Treffer hätte wohl wegen einer Abseitsstellugn nicht gezählt.

Es dauert bis zur 38. Minute , ehe die Gäste mal eine Torannäherung fabrizierten. Union war dem zweiten Treffer deutlich näher als die Baumgart-Elf dem Ausgleich. Allein Andersson hätte zweifach einnetzen können (42./44.).

In der zweiten Hälfte ließen sich Köpenicker ein wenig einlullen. Ein Pfostenschuss von Robert Andrich (71.) hätte es fast endgültig entschieden. Ingvartsen und Ujah behinderten sich in der Nachspielzeit gegenseitig. Die Partie war insgesamt ein wenig hektischer. Und der SCP beschäftige Union Abwehr ein bisschen mehr. Die größte Schrecksekunde blieb aber, als Rafal Gikiewicz nach einem Luftkampf mit Mohamed Dräger zunächst verletzt am Boden liegen blieb und behandelt werden musste. Doch für den Polen ging es weiter. Und für Union auch. Eben ein weiteres Jahr in der Bundesliga.