Urs Fischer versucht seine Truppe in Bielefeld anzutreiben.  Foto: AFP/Leon Kügler

Was soll man nach so einem Spiel noch groß sagen? Schmeckt keinem so richtig.  Natürlich kann keiner erwarten, dass Union alle Gegner einfach so wegfiedelt. Aber dieser Kick in Bielefeld sorgt für eine latente Unzufriedenheit. Zumindest im ersten Augenblick. 

Mit ein bisschen mehr Ruhe und Abstand sollte man sagen, dass nichts Unerwartetes passiert ist und man die eigene Anspruchserwartung mal kurz ein bisschen reflektieren sollte. Der Traum von Europa darf einem nicht die Sinne vernebeln. Keiner sollte vergessen, woher Union eigentlich kommt. Und was bisher in dieser Spielzeit erreicht worden ist. 

Die Gastgeber zeigten sich nach dem Trainerwechsel besonders motiviert. Was zu erwarten gewesen war. Und bei der Truppe von Urs Fischer war das zu sehen, was sich in den letzten Woche abgezeichnet hatte. Nur in Bestbesetzung und in Bestform können sie permanent für Überraschungen sorgen, so wie sie es vor dem Jahreswechsel gemacht hatten.

Auswärtspunkt ist nie schlecht

Natürlich fehlt den Köpenicker derzeit das Geschwindigkeitsmoment eines Sheraldo Becker. Oder auch Taiwo Awoniyi als Arbeitstier. Ein Christopher Lenz wurde auch arg vermisst. Man kann zudem nicht erwarten, dass Kicker wie Joel Pohjanpalo oder Max Kruse sofort zu Großtaten bereit sind, nachdem sie so lange gefehlt ´haben. Manch einer ist vielleicht auch etwas überspielt und kann derzeit nicht groß mit den eigentlich benötigten Verschnaufpausen bedacht werden. Was sich im Übrigen wie ein roter Faden durch die ganze Spielzeit zieht. Also das Verletzungspech! Und die Folgen, die sich draus ergeben. 

Auswärts ein Punkt ist eigentlich nie ganz schlecht,  deshalb ist alles im grünen Bereich.  Union ist weiterhin Siebter. Ein Platz, auf dem  der Stadtrivale liebend gerne wäre.