Staatskrise nach WM-Aus! Südkorea ist bei der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Jetzt hat der Staatspräsident des asiatischen Landes die Nase voll und geht in Vollangriff gegen den umstrittenen Fußballboss des südkoreanischen Verbandes. Das ist in dem Land kein Politiker-Spektakel, sondern viel mehr. Der Staatschef kündigt umfassende staatliche Untersuchungen an. Es geht um Seilschaften im Verband. Auch die Akte Jürgen Klinsmann (61) wird neu aufgerollt. Der Ex-Bundestrainer und erfolglose ehemalige Hertha-Teilzeit-Coach war von 2023 bis 2024 als Nationalcoach Südkoreas gescheitert.
Südkoreas Staatschef über WM-Aus: Ich bin fassungslos!
Der Staatspräsident Lee Jae Myung (62) setzte nach dem feststehenden WM-Aus Südkoreas zur Attacke an: „Ich bin nicht nur überrascht von diesem unerwarteten Ergebnis. Ich bin völlig fassungslos.“
Doch damit nicht genug. Der Präsident griff die Führung des koreanischen Fußballs frontal an: „Personalentscheidungen bestimmen alles. Wenn Loyalität und Lagerdenken wichtiger sind als Kompetenz und eine ungeeignete Person in eine Führungsrolle kommt, ist das Ergebnis so vorhersehbar wie Feuer.“

Mit diesem Satz war nicht Nationaltrainer Hong Myung-bo (57) gemeint, der war da längst schon mit den Worten zurückgetreten: „Die gesamte Verantwortung liegt bei mir.“ Er spielt nur den Sündenbock für den maroden Verband. Im Fokus steht seit Jahren KFA-Präsident Chung Mong-gyu (65), Hyundai-Erbe und seit 2013 mächtigster Mann im koreanischen Fußball.
Unter seiner Führung erlebte Südkorea bei vier Weltmeisterschaften drei Vorrunden-Aus. Nur 2022 gelang unter Trainer Paulo Bento der Sprung ins Achtelfinale. Nun folgte 2026 der nächste Absturz. Zur Erinnerung: Als WM-Gastgeber 2002 kam Südkorea ins Halbfinale.
Gericht bestätigt Vorwürfe gegen Fußballboss
In Südkorea wird schon lange offen diskutiert, warum Trainer kommen und gehen, die Verantwortlichen an der Verbandsspitze aber seit Jahren bleiben. Zuletzt Klinsmann, dann Hong – beide scheiterten. Die Führung des Verbandes blieb unangetastet.
Da der südkoreanische Staat den Fußballverband mit Steuergeldern fördert, gab es schon mal eine Untersuchungskommission. Und da spielte auch die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann eine Rolle. Der war 2023 als Hoffnungsträger geholt worden, nach dem enttäuschenden Asien-Cup 2024 aber wieder gefeuert worden.

Das koreanische Sportministerium stellte damals durch diese Kommission fest, dass sowohl bei der Verpflichtung Klinsmanns als auch bei der späteren Ernennung Hong Myung-bos zentrale Verbandsregeln missachtet worden seien.
Brisant: Ein Verwaltungsgericht bestätigte erst vor zwei Monaten wesentliche Teile dieser Vorwürfe. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass die vorgesehenen Auswahlgremien bei den Trainerentscheidungen faktisch ausgehebelt worden seien. Besonders im Visier: Verbandsboss Chung Mong-gyu.


